Es war ein Wust von Zahlen, der den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstagabend vorgelegt wurde – Zahlen auf zwölf Seiten, „die einem die Augen übergehen lassen“, wie es Stadträtin Retta Müller-Schimmel (Grüne) anmerkte. Gleichwohl hatten alle Redner großes Lob für Sören Bischoff, der als stellvertretender Kämmerer und Geschäftsführer der Stadtentwässerung die Aufstellung vorlegte und erläuterte.

Alle vier Jahre werden die Gebühren für die Abwasserentsorgung neu kalkuliert. Konnte man diese Abgaben für die Bürger zuletzt sogar senken, steht nun eine Erhöhung ins Haus, auch wenn es sich um eine moderate Anhebung handelt. Damit müssen Kostenüberdeckungen aus den Jahren 2018 bis 2021 ausgeglichen werden.

Gültig ab dem 1. Januar 2022, wird die Schmutzwassergebühr von exakt zwei Euro für den Kubikmeter um zehn Cent auf 2,10 Euro angehoben und die Gebühr fürs Niederschlagswasser steigt um fünf Cent auf 40 Cent pro Quadratmeter. Diesen Empfehlungsbeschluss an den Stadtrat fasste der Ausschuss einstimmig.

Mit 2,10 Euro ist die Stadt am unteren Limit vergleichbarer Kommunen, „unter zwei Euro kenn ich keinen“, sagte Bischoff. Herzogenaurach setzt auf eine Zweiteilung über Gebühren und Beiträge. Mit letzteren liege man eher an der oberen Grenze.

Am Rande: 2020 war der Wasserverbrauch gering, was wohl auch an Corona lag. Da hatten die Bäder lange geschlossen, gewöhnlich „geht dort schon was durch die Dusche“, wie es Bischoff formulierte. Und Bürgermeister Hacker ergänzte, dass „ein großer Arbeitgeber “ Tausende von Mitarbeitern ins Homeoffice schickte. bp