„Der Sohn eines Gastwirts und Winzers wurde eine Zeit lang im Weinberg des Herrn gebraucht.“ Nach 20 Jahren in Höchstadt nahm Pfarrer Fritz Schäfer Abschied von seiner Gemeinde, Abschied von Höchstadt. In einem letzten Gottesdienst auf der Wiese hinter der Christuskirche sprach er zu den vielen Besuchern, bevor er in den Ruhestand geht.

Wie sagte doch Dekan Hans-Martin Lechner, der Pfarrer Schäfer aus dem Amt „entpflichtete“: Ruhestand bedeute loslassen – für den Pfarrer , seine Gemeinde loszulassen, für die Gemeinde, ihren Pfarrer loszulassen.

Den Abschiedsworten des Scheidenden war viel zu entnehmen, insbesondere große Dankbarkeit beim Rückblick auf seine 39 Jahre in verschiedenen Pfarreien, noch mehr aber ein nahezu grenzenloses Gottvertrauen. So wie es der Prophet Elia hatte, dessen Geschichte Schäfer immer wieder als Beispiel für großes Gottvertrauen zitierte. Seiner Gemeinde legte er ans Herz: „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn! Er wird’s wohlmachen.“

Freude und Wehmut

Dass Er (Gott) es bislang „wohlgemacht hat“, ging aus dem Lebensbericht hervor, dessen Stationen Pfarrer Schäfer beim Abschied selbst noch einmal aufleuchten ließ. Natürlich mischte auch Wehmut mit, wie der Bamberger Dekan betonte. Dennoch war es ein eher fröhliches Fest. Nun, der Pfarrer ist ja auch im Ruhestand nicht aus der Welt. Seinen neuen Lebensabschnitt will er in Hirschaid und damit nahe bei Bamberg verbringen.

In Oberfranken – ganz oben – hatte Fritz Schäfer seine kirchliche Laufbahn begonnen. Nach seiner Zeit als Vikar in Elsa bei Coburg, wo er seine Frau Ulrike kennenlernte, sei er „in die Wüste geschickt worden“: nach Wüstenselbitz, „dahin, wo keiner freiwillig hin wollte“. Der Abschied vom Frankenwald – nach 16 Jahren – sei schwergefallen.

In Höchstadt habe er lernen müssen, dass er nicht mehr – wie einst als Dorfpfarrer – für alles verantwortlich sei. Es habe viele Einrichtungen und verantwortliche Mitarbeiter gegeben. „Und es gab die Musik!“ Wunderbare Musikgruppen und Chöre, die von hervorragenden Musikern geleitet wurden. „Für einen Windsbacher Sängerknaben wie mich war das wie Heimkommen“, sagte Schäfer. Natürlich spielten die Musiker danach das Lieblingslied des Pfarrers : „Highland Cathedral“. In Höchstadt sei Fritz Schäfer „vom Einzelkämpfer zum Teamplayer geworden“, erinnerte sich Dekan Lechner, „aus einer protestantischen Mehrheit in die freundschaftliche Dominanz der katholischen Kirche nach Höchstadt“. Die Ökumene liege ihm sehr am Herzen. Dabei gehe es vor allem darum, gemeinsam für Menschlichkeit, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einzutreten. Fritz Schäfer sei „immer nahe an den Menschen gewesen, ein Mann klarer Worte, der klar Position bezieht im Sinne des Evangeliums “. Im Anschluss ging es darum, Danke zu sagen: Das taten zahlreiche Redner aus dem politischen und kirchlichen Umfeld.