In Franken gibt es zur Kommunion einen alten Brauch: Kurz vor ihrem Festtag tragen die Kommunionkinder Krapfen – Küchla – an Nachbarn, Verwandte und Freunde aus. Als Gegenleistung bekommen sie dann eine Karte mit Inhalt oder ein persönliches Geschenk.

Früher war das ein Muss, heute wird dieser Brauch eher vernachlässigt. Ein Grund hierfür ist sicher, dass die Küchla-Bäckerinnen weniger werden. Mit den Spezialistinnen geht nun auch ein bisschen die Tradition verloren.

Nicht so in Adelsdorf . Am kommenden Sonntag empfangen 15 Kinder aus der Pfarrgemeinde Aisch in St. Laurentius in zwei Gruppen zum ersten Mal die Kommunion . Das war der Anlass, dass man sich jetzt daran machte, die beliebten Küchla, sogenannte ausgezogene Krapfen, zu backen.

Dabei ging es hoch her in der geheizten Garage der Familie Waldert in Aisch. Philipps Oma Rosalie aus Förtschwind, Tante Christiane, Patin Gerlinde, Opa Richard und natürlich Mama Maria bereiteten Küchla – etwa 400 Stück – und schwitzten dabei gewaltig. „Es muss so warm sein, dass der Hefeteig richtig aufgeht“, erfahren wir von Philipps Mama . Das Rezept kommt noch von Uroma Kunigunda aus Modschiedel (Weismain).

Natürlich arbeitete Kommunionkind Philipp eifrig mit. Er half dem Papa beim Anschüren des Ofens und drückte später die Hefekugeln flach, und das Kommunionkind muss auch immer den ersten Krapfen ausziehen, bevor Bäckerinnen dann mit viel Feingefühl weitermachen. Der dünne Teig in der Mitte darf ja nicht reißen.

Den ganzen Vormittag war geschäftiges, schweißtreibendes Arbeiten angesagt, und am Nachmittag endlich konnte Philipp zusammen mit Papa Volker die Geschenktüten austragen.