Die Baubranche boomt: Im Landkreis Erlangen-Höchstadt wurden im vergangenen Jahr 1058 neue Wohnungen gebaut – in Ein- und Zweifamilienhäusern , in Reihen- und Mehrfamilienhäusern . Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mit. Die IG Bau beruft sich hierbei auf aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts . Danach flossen für den Neubau im Kreis Erlangen-Höchstadt Investitionen in Höhe von rund 217 Millionen Euro.

„Der Boom der Branche hält schon seit Jahren an. Und es ist kein Ende in Sicht“, sagt Bezirksvorsitzende Iris Santoro. Die Gewerkschafterin verweist auf einen wachsenden Berg genehmigter, aber noch nicht fertiggestellter Wohnungen, der zu „prall gefüllten Auftragsbüchern“ bei den Unternehmen führe: Nach einer Auswertung des Pestel-Instituts wurden im Landkreis zwischen 2011 und 2019 Baugenehmigungen für rund 1200 Wohnungen erteilt, die noch gebaut werden müssen. „Es gibt einen regelrechten Stau am Bau. Maurer, Zimmerleute und Fliesenleger arbeiten am Anschlag, um die Auftragsflut zu bewältigen. Statt Kurzarbeit und Homeoffice heißt es bei ihnen: Überstunden und Wochenendarbeit“, so Santoro.

Die IG Bau Mittelfranken fordert, die Beschäftigten in der Region an den guten Geschäften der Firmen fair zu beteiligen. In der laufenden Tarifrunde setzt sich die Gewerkschaft für ein Einkommensplus von 5,3 Prozent ein.

Außerdem sollen die sogenannten Wegezeiten, also die langen, meist unbezahlten Fahrzeiten zu den Baustellen , entschädigt werden. Darüber hinaus sollen die Lohnunterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland mehr als 30 Jahre nach der Wiedervereinigung überwunden werden.

„Binnenkonjunktur stabilisiert“

„Bauleute machen einen unverzichtbaren Job: Sie schaffen dringend benötigten Wohnraum, halten Straßen und Brücken instand, bauen Gleise und errichten Windräder“, betont der IG-Bau-Verhandlungsführer, Carsten Burckhardt. Zugleich habe die Baubranche die Binnenkonjunktur im Corona-Krisenjahr 2020 entscheidend stabilisiert und einen noch stärkeren Einbruch verhindert.

„Es ist überfällig, dass die Arbeitgeber diese Leistung anerkennen“, so Burckhardt. red