Die Geschichtsinteressierten des Historischen Vereins Landkreis Haßberge trafen sich zur Mitgliederversammlung in Kirchlauter. Vorsitzender Wolfgang Jäger erinnerte eingangs an das lebendige Vereinslebens mit den regelmäßigen Stammtischtreffen, Exkursionen, Führungen und Forschungsprojekten.
Mittelpunkt des Treffens war die Verleihung zweier Ehrenmitgliedschaften: an Cordula Kappner und Volker Grumbach. Kappner, Erforscherin der jüdischen Vergangenheit mit bundesweitem Bekanntheitsgrad und höchsten Auszeichnungen, konnte aus gesundheitlichen Gründen ihrer Ehrung nicht beiwohnen.
Die zweite Ehrenmitgliedschaft ging an den Autor zahlreicher Bücher zu Haßfurt und Umgebung, Volker Grumbach. Zweiter Vorsitzender Thomas Schindler hielt eine sehr informative Laudatio. So konnte man erfahren, dass Grumbach für seine Geschichtsforschungen schon mehr als 1001 Besuche im Stadtarchiv Haßfurt absolvierte. Und weil in den ersten Jahre noch keine Besuchslisten geführt wurden, dürfte die tatsächliche Besuchszahl noch deutlich höher liegen. Ungezählt sind obendrein die Besuche anderer Archive, wie beim Staatsarchiv in Würzburg - für Schindler Beleg dafür, mit wieviel Sorgfalt Grumbach seiner Arbeit nachgeht.
Kassenwart Klaus Kunkel konnte trotz fünfstelliger Investitionen in die Geschichtsarbeit im Landkreis von soliden Finanzverhältnissen berichten. Bei den Wahlen des Vorstandes blieb alles beim Alten. Der Ausschuss hingegen erfuhr eine geringfügige Erneuerung, denn auf eigenen Willen schieden aus beruflichen Gründen Daniela Koch und Konrad Albert aus.
Norbert Kandler, langjähriger Leiter des Diözesanarchivs in Würzburg und ein echtes "Kind der Heiligen Länder", berichtete anschließend kurzweilig über "Pfarrbesetzungsstreit und Reformversuche Julius Echters in und um Kirchlauter". Mangels verfügbarer Geistlichkeiten kam es in den 1570er Jahren demnach zu einigen kuriosen Pfarrbesetzungen, bei denen etwa ein scheidender Pfarrer nicht nur einen Berg Schulden, sondern auch einige Nachkommen hinterließ. red