von unserem Redaktionsmitglied Ralf Ruppert

Bad Kissingen — Einige Dinge ändern sich, andere nicht: Während die Zahl der Unfallfluchten und der Unfälle wegen überhöhter Geschwindigkeit im Landkreis 2014 etwa so hoch waren wie 1980, gibt es bei den Verletzten und den drogenbedingten Unfällen einen deutlichen Trend nach unten: 827 Menschen wurden 1980 im Landkreis bei 2527 Unfällen verletzt, 338 sogar schwer. Im vergangenen Jahr gab es 395 Leicht- und 124 Schwerverletzte bei 3041 Unfällen. Autos werden offenbar immer sicherer.
Bei 149 Unfällen wurde 1980 Alkoholeinwirkung als Unfallursache protokolliert, 113 Menschen wurden bei diesen Unfällen verletzt. Seitdem geht diese Zahl kontinuierlich zurück: Im vergangenen Jahr standen nur noch 17 Unfallbeteiligte unter Alkohol- und zwei unter Drogeneinfluss. Einen großen Beitrag zu dieser Entwicklung dürften die Alkoholkontrollen leisten: Alleine die Beamten der Bad Kissinger Polizei kontrollierten im vergangenen Jahr 16 305 Verkehrsteilnehmer. 3823 Alkohol- und Drogentests wurden durchgeführt, in zehn Fällen wurde eine Alkoholfahrt schon vor dem Start verhütet.
Dagegen bleibt überhöhte Geschwindigkeit eine konstant hohe Unfallursache: In 298 Fällen krachte es 1980 im Landkreis, weil jemand zu schnell fuhr, im vergangenen Jahr waren es mit 280 nur unwesentlich weniger Fälle. Auf den Dienstbereich der Bad Kissinger Polizei entfielen davon 101 Unfälle mit 41 Verletzten. Bei 245 Laser-Messungen gab es im vergangenen Jahr im Raum Bad Kissin gen 254 Verwarnungen, 860 Anzeigen und 68 Fahrverbote.

Konstante Zahl bei Unfallfluchten

Über Jahre weitgehend konstant ist die Zahl der Unfallfluchten, in der Statistik als "unerlaubtes Entfernen vom Unfallort" aufgelistet: 458 waren es 1980 im gesamten Landkreis, 432 im vergangenen Jahr, davon 250 im Raum Bad Kissingen. 97 davon, also knapp 39 Prozent, wurden aufgeklärt. "Unfallflüchtigen droht der Verlust des Führerscheins und eine Geldstrafe", verweist Verkehrs-Sachbearbeiter Lothar Manger auf die Folgen, und: "Die Aufmerksamkeit von Zeugen ist sehr hoch." In 14 Fällen wurden sogar Menschen bei Unfallfluchten verletzt. Meistens handelte es sich jedoch um Parkrempler.
Schwerpunkt der Unfallstatistik ist eindeutig die Große Kreisstadt: 50,2 Prozent, also knapp über die Hälfte aller Unfälle, werden in Bad Kissingen und seinen Stadtteilen aufgenommen. Leichte Zunahmen gab es in der Statistik bei Unfällen mit beteiligten jungen Erwachsenen und Senioren, dagegen lebten Fahrrad- und Motorradfahrer 2014 sicherer.