"Mit solchen Formulierungen soll man vorsichtig sein, aber ich denke doch, dass das heute ein historischer Tag ist" - die Worte von Bürgermeister Bernhard Storath (CSU) waren wohl nicht übertrieben. Wann kommt es schon, wie an diesem Freitagabend, einmal vor, dass ein neues Feuerwehrhaus gesegnet und zugleich ein Drehleiterfahrzeug übergeben wird? In den feierlichen Reden wurde dabei zum Ausdruck gebracht, dass es sich um wichtige und sinnvolle Investitionen handle, die den Bürgern zugute kommen.

Startschuss war 2014, die Standortentscheidung fiel ein Jahr später, der erste Spatenstich fand am 16. März 2017 statt und das Richtfest konnte heuer im August gefeiert werden - das sind die einzelnen Stationen auf dem Weg zur Realisierung des Mammutprojektes "Feuerwehrhausneubau Ebensfeld".

Bürgermeister Storath blickte an diesem Abend in zahlreiche glückliche Gesichter und war natürlich auch selbst erleichtert, dass diese organisatorische und bautechnische Herausforderung durch das Mitwirken vieler Kräfte bewältigt werden konnte. Er dankte den Gemeinderäten für das Mittragen dieser wichtigen Entscheidungen, genauso wie den Planern, den mitwirkenden Firmen und der Feuerwehr-Landkreisführung. Das neue Feuerwehrhaus sei für die Arbeit der Wehr wichtig, aber darüber hinaus auch ein echter "Hingucker" geworden, sagte er.

Christian Lanzinger vom Planungsbüro K-Plan dankte für die hervorragende Zusammenarbeit in den vergangenen vier Jahren. Er zog ein "sehr positives Fazit" und lobte nicht zuletzt das hervorragende Gesprächs- und Betriebsklima in Ebensfeld: "Es war ein sehr angenehmes Arbeiten". Auch der finanzielle Aspekt wurde von ihm beleuchtet; die Kosten beliefen sich auf 3,05 Millionen Euro. Lanzinger freute sich, dass bei einer Kostenschätzung von drei Millionen Euro "fast eine Punktlandung erzielt werden konnte". Feierlich übergab er an die Führung der Ebensfelder Wehr symbolisch einen Schlüssel.

Pfarrer Rudi Scharf segnete das neue Feuerwehrhaus. Dieser Tag, so der Geistliche, biete eine passende Gelegenheit, um den Feuerwehrleuten in Ebensfeld und überall Dank zu sagen dafür, dass sie für ihren wichtigen Dienst am Mitmenschen ihre Freizeit opfern: "Wenn der Piepser angeht und die Sirene heult, gibt es da keine Ausreden. Da verabschiedet ihr euch vom bequemen Sofa, lasst auf der Arbeit alles stehen und liegen", meinte er anerkennend.

Mit Hinweis auf den Patron aller Feuerwehrleute sagte der Pfarrer: "Eigentlich müsste jeder von euch als zweiten Vornamen Florian oder Floriane tragen." In seinen Segen schloss der Pfarrer auch das von der Lichtenfelser Wehr nach Ebensfeld übergebene Drehleiterfahrzeug ein.

Standort Ebensfeld ist sinnvoll

Dass die Anschaffung einer dritten Drehleiter für den Landkreis Lichtenfels und im Zuge dessen die Definierung Ebensfelds mit seiner Stützpunktwehr als Stationierungsstandort des dritten Drehleiterfahrzeugs sinnvoll war, verdeutlichte Kreisbrandrat Timm Vogler. Hierzu sowie zur Einweihung des neues Feuerwehrhauses beglückwünschte er die Ebensfelder Wehr im Namen des Kreisfeuerwehrverbandes.

"Damit sind nun die Voraussetzungen geschaffen, dass die Feuerwehr in Ebensfeld ihre wichtige Arbeit unter besten Rahmenbedingungen fortsetzen kann", sagte Vogler. Die Anschaffung einer dritten Drehleiter wäre wohl nicht möglich geworden ohne Verständnis und Unterstützung durch den Landrat, ergänzte er.

Landrat Christian Meißner (CSU) wünschte den Ebensfelder Feuerwehrleuten alles Gute für die Zukunft bei möglichst wenig Einsätzen und hob die bei der Stützpunktwehr verbreitete Bereitschaft zur Weiterbildung hervor. "Das komplizierte Drehleiterfahrzeug ist schließlich kein Spielzeug", meinte er augenzwinkernd.

Diesen Aspekt beleuchtete auch der Kommandant der Ebensfelder Feuerwehr, Georg Gäbelein. "13 bei uns mittlerweile ausgebildete Drehleitermaschinisten können das Fahrzeug bedienen", ließ er wissen. Spontan setzte Applaus der Zuhörer ein. Noch einmal eine Stufe lauter wurden die Beifallsbekundungen, als Gäbelein berichtete, mit Kerstin Raab die einzige Drehleitermaschinistin im Landkreis in den eigenen Reihen zu haben: "Sie ist mit Herzblut dabei." Sehr hilfreich zur Seite gestanden sei den Ebensfeldern bei allen Fragen und Anliegen Alexander Klose von der Lichtenfelser Wehr. Ihm überreichte Gäbelein als Dank ein kleines Präsent.

Dem offiziellen Teil schloss sich ein gemütliches Beisammensein an.