35 Kilometer Bäche und Gräben im Gebiet der Marktgemeinde ist die Diplom-Ingenieurin Kristin Hemmling vom Planungsbüro Ledermann abgelaufen, um mit kritischem Blick den Zustand der Gewässer dritter Ordnung zu prüfen. Mittlerweile hat die Landschaftsplanerin einen umfassenden Lesestoff erarbeitet und zur Beachtung abgeliefert: einen Leitfaden zur Renaturierung oder zum landschaftsgerechten Erhalt von Bächen, Gräben und Rinnsalen. Dazu gehören beiderseits der Gewässer rund 175 Hektar Auen, die benötigt werden, um die Gewässer naturgerecht einzubetten.
Nach Prüfung dieser Expertise durch das Wasserwirtschaftsamt Kronach ist der Untersuchungsbericht ein Leitfaden mit vielen Verbesserungsvorschlägen für künftiges Handeln. Allerdings bekannte der SPD-Gemeinderat Josef Haas, dass er es mittlerweile "körperlich nicht mehr erträgt, solche Illusionen an den Kopf geworfen zu bekommen".
Albert Deml von der Ökologischen Liste meinte hingegen, das Konzept versetze den Markt in die Lage, gezielt etwas für die Natur zu tun und Beiträge zum Hochwasserschutz zu leisten. Udo Wüst (Freie Wähler) empfahl, die Fischereivereine oder Jagdgenossen mit dem Gewässerentwicklungskonzept bekannt zu machen und sie bei der Umsetzung um Mitarbeit zu bitten. Kurt Barthelmes (WG Regnitzau) sprach sich dafür aus, einen Zeitplan für die Umsetzung der Vorschläge zu definieren.
Als nächstes sollen sich die Gemeinderäte die umfassende Zustandsbeschreibung der Gewässer im Gemeindegebiet in Ruhe zu Gemüte führen.


Neue Parkplätze in Sassanfahrt

Einstimmig hat der Marktgemeinderat eine Änderung des Bebauungsplanes "Am Friedhof" im Ortsteil Sassanfahrt gebilligt. Nun wird die Planänderung öffentlich zur Stellungnahme aufgelegt. Der Bebauungsplan sah bislang an der Adam-Krapp-Straße eine große Erweiterungsfläche für den Friedhof vor. Da die Zahl der Erdbestattungen auch in Sassanfahrt stark rückläufig ist, kann die Reserve deutlich reduziert werden. Somit kann ein Parkplatz für gut 30 Kraftfahrzeuge der Friedhofs- und Kirchenbesucher entstehen. Außerdem können an der Adam-Krapp-Straße einige Baurechte neu ausgewiesen werden.
Für den Bereich Löserstraße im Gewerbegebiet Nord billigte der Marktgemeinderat eine Änderung des Bebauungsplanes. Eine bislang ungenutzte Fläche soll durch eine Erschließungsstraße mit Wendehammer nutzbar gemacht werden.
Für Grundstücke innerhalb des Änderungsbereiches liegen der Gemeindeverwaltung laut Bürgermeister Homann bereits mehrere Bewerbungen vor. Im Mischgebiet sollen zusätzlich Doppelhäuser ermöglicht werden.
Weiterhin hat der Marktgemeinderat die Richtlinien für die Auszeichnung verdienter Sportler und Persönlichkeiten, die sich um den Sport verdient gemacht haben, aktualisiert. In Zukunft will man auch Sportler mit Wohnsitz Hirschaid ehren, die an Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften teilnehmen. Dazu gezählt werden auch Inhaber von Welt-, Europa- oder Deutschen Rekorden sowie Sportler, die in einer Nationalmannschaft aufgeboten werden. Vorschlagsberechtigt sind die Sportvereine des Marktes Hirschaid sowie die Sportverbände. Die Gemeinde gibt der Bevölkerung die Möglichkeit, Vorschläge einzureichen.