"Das ist eine großartige Sache. Menschen unterstützen sich, sind füreinander da", sagt Angela Lohmüller. Das Lob der Quartiersmanagerin gilt der Seniorengemeinschaft für den Landkreis Lichtenfels, die sich bei einem Infonachmittag der Caritas-Projektgruppe "In der Heimat wohnen" in Altenkunstadt vorstellte.
Unter den Besuchern war auch die Seniorenbeauftragte der Gemeinde, Dritte Bürgermeisterin Allmut Schuhmann.
"Obwohl es unseren Verein erst seit einem Jahr gibt, haben wir schon 207 Mitglieder im Alter von 26 bis 96 Jahren. Das ist enorm und zeigt, dass unsere Idee in der Bevölkerung Zuspruch findet", erklärte Vorsitzende Monika Faber.


Gegenseitige Unterstützung

Die Mitglieder würden sich gegenseitig mit alltäglichen Hilfen unterstützen. Entsprechend ihrer Möglichkeiten könnten sie ihre eigenen Fähigkeiten zum Wohle aller einbringen und sich dadurch gegenseitig ein selbstbestimmtes Leben in vertrauter Umgebung ermöglichen. Auch wenn der Verein sich "Seniorengemeinschaft" nennt, so können Faber zufolge alle Bürger Mitglied werden. Dabei sei es unerheblich, ob sie aktiv im Verein mitarbeiten oder Unterstützungshilfe in Anspruch nehmen möchten. Auch das Alter spiele keine Rolle.
"Unser Schaffen soll geprägt sein von einem gelebten bürgerschaftlichen Engagement durch Hilfe auf Gegenseitigkeit. Es ist aber kein Mitglied gezwungen, zu helfen", betonte die Vorsitzende. Finanziell unterstützt werde der Verein für die Dauer von drei Jahren vom Bayerischen Sozialministerium. "Danach möchten wir selbstständig weitermachen. Allerdings brauchen wir dafür mindestens 300 Mitglieder", erklärte Faber, die sich ebenso wie ihre Vorstandskollegen ehrenamtlich in diese gute Sache einbringt. Alle Mitglieder seien versichert, auch die, die Hilfe in Anspruch nehmen: "Denn während eines Einsatzes kann schon mal ein Malheur passieren".
Schatzmeisterin Christa Gleichmann stellte den Maßnahmenkatalog der Seniorengemeinschaft vor. Besonders gefragt sei der Fahrdienst zum Einkaufen, zum Arzt oder zur Apotheke. Man vermittele Hilfe bei der Gartenarbeit und für den Haushalt, organisiere eine Begleitung zu Veranstaltungen oder zum Kirchgang und mache Besuche in Seniorenheimen und Krankenhäusern, falls diese seitens der Familie nicht möglich sind. Auch bei kleinen technischen Problemen, handwerklichen Tätigkeiten, dem strapaziösen Winterdienst und beim Ausfüllen von Formularen versuche man zu helfen.


Telefondienst

"Unser Telefondienst steht Mitgliedern von Montag bis Freitag, jeweils von 9 bis 17 Uhr zur Verfügung", erläuterte Faber. "Wir nehmen die Wünsche auf und suchen dann im betreffenden Raum jemanden, der helfen kann." Die Seniorengemeinschaft vermittele aber keine Dauerjobs, sondern springe ein, wenn Not am Mann sei. "Die Pflege der kranken Mutter oder Oma können wir also nicht übernehmen", gab sie zu bedenken.
Faber bedauerte, dass im Raum Altenkunstadt/Burgkunstadt/Weismain die Mitgliederzahl noch äußerst überschaubar sei. "Es wäre schön, wenn sich das ändern würde. Dann müssen Helfer, wenn sie zu einem Einsatz gerufen werden, keine so großen Strecken mehr zurücklegen", erklärte sie. Neben der Unterstützung in verschiedensten Bereichen wolle die Seniorengemeinschaft künftig auch Infoveranstaltungen und gesellige Zusammenkünfte anbieten. Der Kino-Nachmittag jeweils am vierten Freitag im Monat komme sehr gut an.


Ansprechpartner vor Ort

In den Städten und größeren Gemeinden des Landkreises sei die Seniorengemeinschaft mit Ansprechpartnern vertreten. Für den Bereich Burgkunstadt/Weismain sei dies Robert Knitt, für Altenkunstadt Allmut Schuhmann.
Angela Lohmüller informierte über die Arbeit der Projektgruppe "In der Heimat wohnen". Die meisten Menschen würden den Namen mit der Bereitstellung barrierefreier Wohnungen verbinden. "Unsere Hauptaufgabe ist es aber, Altenkunstadt so seniorenfreundlich wie möglich zu machen", betonte Lohmüller. Bernd Kleinert