Während in der Anfangszeit von Covid-19 die Beratung lediglich über Telefon, E-Mail und Internet stattfand, wurden nach und nach Hygienekonzepte erarbeitet, um auch wieder persönliche Beratungen vor Ort (nur nach Terminvereinbarung) anbieten zu können. Seit August ist auch wieder die Beratung in der staatlichen Asylunterkunft in Weismain möglich.

Mit dem digitalen Beratungsangebot "jmd4you" bieten die Berater im Jugendmigrationsdienst (JMD) bereits seit 2009 eine anonyme Onlineberatung an. Diese wurde in den letzten Monaten stark ausgebaut und das Personal für die Beratung im virtuellen Raum qualifiziert. Digitale Tools und Beratungsmethoden werden künftig die Arbeitsweisen des JMD ergänzen. Die Erfahrungen zeigen jedoch, dass nicht alle Beratungsinhalte digital vermittelt werden können und gerade der soziale Kontakt und Beziehungsaufbau analog besser gelingen.

Der Beratungsbedarf der Zielgruppe besteht weiterhin. Zusätzlich zu den migrationsspezifischen und asylrechtlichen Fragestellungen sind im letzten halben Jahr vermehrt Fragen zum Kurzarbeitergeld, zur Arbeitssuche und zu staatlichen Unterstützungsleistungen wie Arbeitslosengeld II, Wohngeld und Kinderzuschlag aufgetreten.

Vernetzung der Beratungsstellen

Für eine gelingende Integration sind Vernetzung und das Knüpfen von Kontakten wichtig. Um die Beratung möglichst gewinnbringend für die Klientel gestalten zu können, ist es wichtig, dass auch die Beratungsdienste gut miteinander vernetzt sind und zusammenarbeiten.

In einem relativ kleinen Landkreis zu leben bietet auch die Chance, durch kurze Wege und überschaubare Strukturen ein tragfähiges Netzwerk zu etablieren und zu festigen. So gelingt das Zusammenspiel zwischen den Bereichen JMD und MBE (Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer) und FIB (Flüchtlings- und Integrationsberatung). Durch den direkten Draht zueinander können Fragensteller schnell und unkompliziert an die richtige Ansprechperson vermittelt werden.

So kann die FIB der Caritas auf jahrelange Expertise im Bereich der Asylberatung zurückgreifen und Flüchtlingen im Asylverfahren zur Seite stehen. Sie verfügt aber auch über einen großen Erfahrungsschatz, was Sozial- und Familienleistungen betrifft. Neben der Beratungsstelle im Haus kirchlicher Dienste kann die FIB durch die direkte Beratung in Weismain niederschwellig Kontakt zu neu zugezogenen Asylbewerbern aufbauen.

Personen mit guter Bleibeperspektive oder Aufenthaltsrecht in Deutschland (nicht nur im Bereich Flucht, sondern beispielsweise auch EU-Bürger) finden bei der MBE Unterstützung und Beratung zur Integration in Deutschland.

Bei der Diakonie Kronach-Ludwigsstadt/Michelau wurde im letzten Jahr das Taff-Projekt (therapeutische Angebote für Flüchtlinge) mit einer MBE-Stelle im Landkreis Lichtenfels verbunden. Die Mitarbeiterin betreut psychisch erkrankte Personen. Dabei kümmert sie sich um den gesamten Prozess von der Abklärung eines Therapiebedarfs bis hin zur Vermittlung an geeignete Angebote (Psychiatrie, Therapie, Beratungsstellen, Stabilisierungskurse etc.). Sie ist direkter Ansprechpartner für Ehrenamtliche, Behörden, Kindergärten und Schulen, Asylberatung, Sprachmittler und Behandelnde.

Auch der SkF Bamberg leistet durch die kombinierte MBE- und JMD-Stelle des Fachdienstes Migration einen Beitrag zur gelingenden Integration, vor allem durch regelmäßige Besuche der Sprach- und Integrationskurse und die Begleitung des Übergangs von Schule und Sprachkurs in Ausbildung, Beruf oder Studium. red