Stalking ist kein Kavaliersdelikt. 2018 wurden 18 960 Fälle von Stalking in Deutschland polizeilich erfasst. Betroffenen wird empfohlen, Anzeige zu erstatten. Tipps der Polizei sollen den Opfern helfen.

Studien besagen, dass zwölf Prozent der deutschen Bevölkerung einmal in ihrem Leben von Stalking betroffen sind, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. Die Dunkelziffer sei jedoch weitaus höher einzuschätzen. Die meisten Stalker sind Männer, die häufigsten Opfer Frauen. In acht von zehn Fällen sind Stalker Ex-Partner.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Doch es gibt Hilfe für Betroffene. Bereits 2007 wurde der spezielle Tatbestand "Nachstellung" unter Paragraf 238 ins Strafgesetzbuch eingefügt und in den Paragrafen 112a Strafprozessordnung aufgenommen: Unter bestimmten Voraussetzungen und Gefährdungen kann seither Untersuchungshaft angeordnet werden, man spricht auch von Deeskalationshaft.

Opfer von Stalking fühlen sich in ihrer Sicherheit bedroht und in der Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt.

In der Regel handelt es sich bei Stalking nicht um eine klar abzugrenzende Einzeltat.

Viele Einzeltaten

Es setzt sich vielmehr aus einer Reihe von Tathandlungen über einen längeren Zeitraum zusammen, die aus strafbaren Handlungen wie übler Nachrede, Verleumdung, Sachbeschädigung, Nötigung, Körperverletzung sowie Nachstellung bestehen können.

Die von der stalkenden Person den Betroffenen entgegengebrachten "Gefühle" können "positiv" (Bewunderung, Zuneigung, Liebe) oder "negativ" (Rachegefühle, Hass) sein. "Positive" Gefühle können ins Negative umschlagen. Die größte Gruppe der Stalker bilden ehemalige Beziehungspartner; aber auch Freunde, Arbeitskollegen, Familienmitglieder oder flüchtige Bekannte können zum Täter werden. Nur selten ist die stalkende Person dem Opfer völlig unbekannt.

Notruf wählen

Betroffene von Stalking sollten bei akuter Bedrohung unbedingt die Polizei unter 110 rufen und Anzeige erstatten. Erfahrungsgemäß zeigt schnelles und konsequentes Einschreiten der Polizei gegen Stalkende Wirkung, und die Belästigungen hören nach einer Anzeige häufig auf. Viele Betroffene von Stalking möchten einfach nur, dass es endlich vorbei ist und sollten sich darum nicht scheuen, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Information schützt

"Zudem sollten Betroffene keine Angst haben, ihrer Familie, ihren Freunden, Kollegen oder Nachbarn die Situation zu schildern. Die werden dann besonders aufmerksam sein und können warnen. Denn Öffentlichkeit kann auch schützen", betont Gerhard Klotter, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Weitere Informationen gibt es unter www.polizei-beratung.de/ im Internet. red