Wer hätte das gedacht? Mit lediglich elf Feldspielern angetreten, zeigte der ESC Haßfurt beim EV Dingolfing eine unglaubliche Moral und einen unbändigen Siegeswillen. Mit 3:2 (1:1, 1:1, 1:0) gewann die von Kapitän David Franek angeführte Mannschaft beim direkten Konkurrenten. Die Türen zur Zwischenrunde der Eishockey-Landesliga sind somit für die "Hawks" weiter offen.
Die Vorzeichen für den so dringenden Sieg bei den "Isar Rats" standen schlecht, denn mit Michael Rister, Max Hildenbrand, Ingo Krapf, Georg Lang, Marco Hildenbrand, Manuel Kurz und Philip Hay musste Coach Martin Reichert beruflich und verletzungsbedingt gleich auf ein halbes Dutzend Stammkräfte verzichten. Die zehn Haßfurter Fans unter den 100 Zuschauern in der Dingolfinger Arena sahen dann auch im ersten Spieldrittel eine deutlich überlegene Mannschaft der "Rats", welche die neu formierte Hintermannschaft des ESC ein ums andere Mal in Verlegenheit brachte.
Vor allem die schnell vorgetragenen Angriffe von EV-Kapitän Daniel Schikaneder und Co. durch die Mitte brachten in den ersten Minuten stets Gefahr für das Tor des "zum wiederholten Male überragenden Martin Hildenbrand" (ESC-Coach Reichert). Gleich mehrere Alleingänge und Angriffe wehrte der Schlussmann ab. Einzig gegen den Führungstreffer von Tobias Gilg (11.) war er machtlos.
Das war aber der endgültige Wachmacher für die "Hawks", die danach besser ins Spiel kamen. Obwohl die "Isar Rats" zu diesem Zeitpunkt schon mit drei oder vier Treffern hätten führen müssen, kamen die Gäste in der 16. Minute durch David Franek, der vom Coach ein Sonderlob erhielt, per Bauerntrick zum überraschenden 1:1-Ausgleich. Zu Beginn des zweiten Abschnitts zunächst das gleiche Bild. Der EV Dingolfing spielte deutlich überlegen, doch der "Hexer" stand wie eine Wand im Tor. Und Kilian Hümmer versenkte den abgeprallten Puck nach einem Franek-Schuss mit einem Abpraller in den Maschen hinter Dingolfings Torwart Vinzenz Hähnel (28.). Fünf Sekunden fehlten letztlich zur Pausenführung: Andreas Herrmann nutzte eine Unachtsamkeit in der Hintermannschaft der Haßfurter zum 2:2 (40.).


Nur wenige Strafzeiten

Endgültig ausgeglichen war dann die absolut faire Begegnung (die Schiedsrichter verteilten jeweils nur vier Strafen in der gesamten Partie) im Schlussdrittel. Beiden Kontrahenten war der unbedingte Siegeswille anmerken. Doch es tat sich lange Zeit nichts mehr. Erst kurz vor dem Ende und nach einer starken Druckphase der Hausherren nahm Martin Reichert in der 58. Minute eine Auszeit, damit seine Spieler noch einmal verschnaufen können. Mit Erfolg: Nach einem abgeprallten Schuss der Dingolfinger schloss David Franek einen Konter im Zusammenspiel mit Jan Slivka 63 Sekunden vor dem Ende mit einem Schlagschuss in den Torwinkel ab (59.). Es blieb beim glücklichen, aber stark umjubelten Sieg der"Hawks", auch, weil die Dingolfinger auf Grund der vielen vergebenen Chancen zum Schluss konsterniert wirkten.
"Alle haben wieder alles und noch mehr gegeben. Das war schon wie gegen Amberg eine überragende kämpferische Leistung", zollte Vorstandsmitglied Andreas Kurz dem Team "großen Respekt." "Unser Torwart hat uns aber natürlich das Spiel gewonnen und David den Siegtreffer gemacht", fügte der ebenso sehr zufriedene Martin Reichert hinzu.


Noch zwei Siege nötig

Für die Haßfurter Puckjäger geht es am kommenden Wochenende bei zwei weiteren Auswärtsspielen nun um alles (Einzug in die Zwischenrunde) oder nichts (Abstiegsrunde). Am Freitagabend beim Derby in Bad Kissingen als auch zum Abschluss der Vorrunde beim VER Selb 1b müssen jeweils drei Punkte her, dann wäre das vor Saisonbeginn ausgegebene Ziel doch noch erreicht.
ESC Haßfurt: Mart. Hildenbrand, Köhler - Stahl, Marx, Rambacher, Breyer, Vollert - Thebus, Kinereisch, Slivka, Franek, Hümmer, Dietrich / Zuschauer: 100 / Tore für Haßfurt: 1:1 (16.) Franek, 1:2 (28.) Hümmer (Franek), 2:3 (59.) Franek / Strafzeiten: Dingolfing 8 / Haßfurt 8