Knapp 40 Stunden haben die ehrenamtlichen Helfer des Technischen Hilfwerks (THW) Gerolzhofen benötigt, den maroden Aussichtsturm auf dem Zabelstein, nahe der Grenze zum Landkreis Haßberge, abzureißen. Zusammen mit den Vorbereitungen und Verladearbeiten sowie der organisatorischen Planung bereits Wochen im Voraus kann gut von der doppelten Anzahl Arbeitsstunden ausgegangen werden. Gegen Erstattung der Selbstkosten hatte der THW-Ortsverband diese Aufgabe im Auftrag des Landratsamtes Schweinfurt übernommen, da diese Aufgabe ein perfektes Übungsszenario darstellte.

"Das ist eine gute Gelegenheit, viele unserer Werkzeuge zum Einsatz zu bringen und jeder kann alles ausprobieren", erklärte der THW-Ortsbeauftragte Thomas Stengel. So kann die Holz- und Metallbearbeitung, das Bewegen von schweren Lasten und andere Maßnahmen geübt werden. Etwa 30 Ehrenamtliche, darunter auch drei junge Frauen und Nachwuchs der THW-Jugend verbrachten durchgehend drei Tage, von Freitag bis Sonntag, auf dem Zabelstein. In der Unterkunftshütte des Steigerwaldclubs Gerolzhofen wurde übernachtet, damit jeweils am nächsten Tag ohne Verluste von Anfahrtszeit weitergemacht werden konnte. Bewusst wurde im Vorfeld die Öffentlichkeit nicht über den genauen Termin informiert, denn einen Besucheransturm wollte man unterbinden, was auch ganz gut gelang. Vereinzelt wurden zwar Wanderer oder Radfahrer auf das Geschehen aufmerksam, aber eine größere Anzahl Schaulustiger fand sich nicht ein. Davon unabhängig wurde das Gelände weiträumig abgesperrt, damit niemand in den sicherheitsrelevanten Bereich gelangen konnte.

Der aus Lärchenholz und Leimbindern konstruierte alte Turm, der seit 20 Jahren stand, wurde Stück für Stück abgetragen. Das Material trennte man dabei in Nutzholz, Altholz, Altmetall und wiederverwendbares Metall, so dass es der jeweiligen Verwendungs- beziehungsweise Entsorgungsmöglichkeit zugeteilt werden konnte. "Natürlich sind unsere Rettungssägen, die wir hier verwenden, mit speziellen Ketten für die Holzbearbeitung ausgerüstet", sagte Stengel und stellte klar, dass auch bei einer Übung die persönliche Sicherheit im Vordergrund steht. Der Helm war Pflicht und diejenigen, die in bis zu 18 Metern Höhe arbeiteten, wurden mit einer Absturzsicherung ausgerüstet.

Eine Überprüfung der Statik durch externe Fachleute hatte gezeigt, dass der Turm inzwischen erhebliche Mängel aufweist. Bei dem abgebauten Holz konnte man auch sehr gut die Vermorschungen erkennen. Daher war der Aussichtsturm am Zabelstein seit Silvester 2017/2018 für Besucher aus Sicherheitsgründen gesperrt. "Die Mitglieder des Kreisausschusses haben mehrheitlich für den Neubau eines Turms, ähnlich dem jetzigen, gestimmt", sagte Schweinfurts Landrat Florian Töpper