Von außen lässt sich nur schwer die Funktion des grauen Gebäudes in der Kronacher Straße erahnen. Höchstens die bekannten gelben Autos, vor dem Bau nebeneinander aufgereiht, liefern einen ersten Hinweis. Ein zweiter Tipp wartet im Inneren: Reges Treiben von mehr als 130 Brief- und Paketzustellern stellt klar: Hier geht die Post ab. Im neuen Bamberger Zustellstützpunkt der Deutschen Post AG bereiten sich die Mitarbeiter für ihre Touren in und um Bamberg vor.
Auch vorher befanden sich in Bamberg bereits Zustellstützpunkte der Post, wie Johannes Nielsen, Zuständiger für Bemessung und Organisation bei der Deutschen Post, erzählt. "Durch die Paketmengen ist das dann etwas aus den Fugen geraten", erklärt er weiter. Mehr Platz musste her, weshalb die Betriebsleitung Ende 2015 beschloss, das leer stehende Gebäude eines Immobilienunternehmens in der Kronacher Straße anzumieten und für die Bedürfnisse des eigenen Konzerns und der Postboten umbauen zu lassen.
Seit November letzten Jahres bietet das knapp 8100 Quadratmeter große Gelände mit dem Bau, der etwa 2700 Quadratmeter misst, genug Fläche für die Mitarbeiter und die Dienstfahrzeuge, die zum Teil unter einer Überdachung abgestellt sind. Der neue ZSP umfasst allerdings nicht nur die Bamberger Standorte: Unter den 69 Verbundbezirken mit Paketbearbeitung sind auch die für Oberhaid, Stegaurach und Scheßlitz untergekommen. Bemessungsbeauftragter Nielsen sieht diese Fusion der ehemaligen Landkreis-Basen als logistischen Fortschritt. "Dadurch, dass jetzt diese Postleitzahlen an einem Ort bearbeitet werden, können die Bezirke wesentlich effizienter eingeteilt werden." Hierdurch sei auch ein Vorteil für die Zusteller selbst garantiert.
Das neue ZSP im Gewerbegebiet ist, neben einem beheizten Pausenraum mit diversen Getränke- und Essensautomaten sowie einigen Büroräumen, in zwei große Teile gegliedert: Zur Rechten vom Eingang befindet sich der Briefbereich, wo jeden Morgen die Postboten die für ihren Bezirk vorgesehenen Brief- und kleinere Warensendungen in Steckvorrichtungen nach Adresse sortieren. Ist dies erledigt, geht es in den linken Bereich des Stützpunkts. Dort landen derzeit jeden Tag etwa 7000 Pakete, bis zur Weihnachtszeit wird sich diese Zahl jedoch noch merklich erhöhen, versichert Pressesprecher Alexander Böhm. Bundesweit hätten sich die Paketsendungen im letzten Winter mehr als verdreifacht, circa zehn statt drei Millionen waren in Deutschland im vorweihnachtlichen Postverkehr.
Im Paketbereich des Bamberger Zustellstützpunkts verteilen neben den Brief- und Paketzustellern auch Mitarbeiter Paketgut auf Frachtautos. Diese fahren dort aus, wo die Fahrrad- und Fußzusteller unterwegs sind, die noch immer vom ehemaligen Stützpunktgebäude in der Memmelsdorfer Straße aus starten. Dort befindet sich auch das Briefzentrum und weitere Büros.
Mitunter der letzte Schritt für die Brief- und Paketzusteller vor Verlassen der Postbasis in der Kronacher Straße ist es, die Autos zu beladen. Noch stehen Dieselfahrzeuge auf dem Vorplatz, bald werden auch hier E-Autos der Deutschen Post, die "StreetScooter", in ihren unterschiedlichen Ausführungen eingesetzt.
Um kurz nach halb 10 tönt eine Stimme aus der Lautsprecheranlage des ZSP: "Gute Zustellung!" ist noch zu verstehen, dann schwirren die in gelb gekleideten Männer und Frauen aus dem Zustellstützpunkt, um die Post in der Stadt und in den Landkreisteilen auszufahren.