Fit sein ist Herzenssache. Ziel ist es, dass die Patienten durch die fachkompetente Anleitung Selbstsicherheit und Selbstvertrauen zurückgewinnen und sie eigenverantwortlich im Alltag, Beruf und Freizeit handeln können. Die Rede ist von Herzsport. In Ebelsbach treffen sich regelmäßig über 60 Frauen und Männer aus dem ganzen Landkreis in zwei Gruppen, um nach einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, die weltweit häufigste Todesursache, wieder auf die Beine zu kommen oder um einem Herzinfarkt vorzubeugen. Vor 20 Jahren begann die Erfolgsstory.
"Nach einer Herzkrankheit ist es wichtig, dass man nicht allein gelassen wird", betonte Michael Ziegler bei einer Feier der Herzsportgruppe(n) im Ebelsbacher Bürgersaal, wo die ausgebildete Pilates-, Fitness- sowie Ernährungs- und Herzsport-trainerin Sonja Förtsch die wöchentlichen Übungsstunden seit knapp fünf Jahren leitet, nachdem sie die Nachfolge von Gründerin Sieglinde Eisenacher übernommen hat. Der stellvertretende Landrat bezeichnete es als großen Vorteil, mit anderen Betroffenen über die Probleme sprechen zu können. "So ein Schicksalsschlag ist in einer Gruppe sicher leichter zu ertragen", sagte er und dankte für das Engagement der Trainerin.
Gute Ratschläge gibt es nicht nur von Sonja Förtsch. Von Anfang an begleitet Ärztin Christa Roth die Ebelsbacher Herzsportgruppe, die in den ersten Jahren in Stettfeld beheimatet war. Die 51-Jährige vom Krankenhaus in Ebern gewährleistet bei jeder Stunde die notwendige fachärztliche Unterstützung und beteiligt sich aktiv. Zu Beginn einer Übungseinheit misst sie Puls sowie Blutdruck und spricht über das körperliche Befinden mit jedem einzelnen Teilnehmer. "Die Leute müssen regelmäßig kommen, dann nützt es am meisten", sagte die Zeilerin und fügte hinzu: "Nicht nur, weil die Krankenkassen es bezahlen, sondern weil es Spaß macht und gut tut, sich mit anderen auszutauschen."
Für den unermüdlichen Einsatz bedankte sich auch Bernhard Schurig vom Volkshochschulverband (VHS) des Landkreises Haßberge, der seit Anfang an Träger der Herzsportgruppe ist. "Die Qualität der Herzsportgruppen steht und fällt mit der Qualität der Betreuung", so der für die VHS-Außenstellen zuständige Mitarbeiter. Christa Roth mache alles andere als Dienst nach Vorschrift. Für die Teilnehmer "sicherlich ein gutes Gefühl, für alle Fragen und Sorgen jemand zu haben, der sich Zeit dafür nimmt." Und Sonja Förtsch sei ebenso "ein Glücksgriff". Laut Schurig hat sie es "mit ihrer motivierenden Art und Weise geschafft, noch mehr Menschen für den Herzsport zu begeistern."
Seitens der Gemeinde Ebelsbachs betonte Zweiter Bürgermeister Martin Horn. "Ich freue mich, dass diese Herzsportgruppen so mit Leben erfüllt sind. Es ist schön, dass die Menschen gerade in ihrer Krankheit zusammenfinden, Sport treiben und auch Spaß haben." rn