In das Taubertal fuhren unter der Leitung von Josef Matzke Mitglieder der katholischen Pfarreien von Herzogenaurach. Ihr Ziel waren Creglingen, Wertheim und Urphar.

Die weltberühmte Herrgotts-kirche mit dem Marienaltar von Tilman Riemenschneider liegt in der Stille des Herrgottstales südlich von Creglingen. Tilman Riemenschneider wurde um 1460 in Heiligenstadt geboren, absolvierte eine Ausbildung zum Bildhauer, wohl in Straßburg. Danach konnte er sich in Würzburg mit einer eigenen Bildhauerwerkstatt etablieren. Zu seinen Werken zählen das Kaisergrab im Bamberger Dom, die Rosenkranzmadonna in der Kirche Maria im Weingarten bei Volkach und eben auch der Heilig-Blut-Altar in Creglingen. Obwohl die Stadt in der Reformationszeit den evangelisch-lutherischen Glauben annahm, blieb der Altar mit den Mariendarstellungen erhalten und ist nunmehr Anziehungspunkt für kunstinteressierte Reisende.

Von Creglingen führte der Weg die Herzogenauracher an der Tauber entlang bis zu deren Mündung in den Main in Wertheim. Die ehemalige Residenzstadt der Grafen von Wertheim erkundeten sie bei einer Stadtführung. Ehemals zum Fränkischen Reichskreis gehörig, geriet Wertheim nach den Umbrüchen der Napoleonischen Zeit an das Großherzogtum Baden, während Kreuzwertheim auf der gegenüberliegenden Seite des Mains bei Bayern verblieb. Den Abschluss der Fahrt machten die Herzogenauracher in Urphar, einem Ortsteil von Wertheim, wo sie die Jakobskirche, eine mittelalterliche Wehrkirche, besichtigten.

In ihr haben sich mittelalterliche Malereien erhalten, in der Chorapsis ein thronender Christus in einer Mandorla als Weltenrichter umgeben von den Evangelistensymbolen, Darstellungen der Apostel, außerdem der Erzengel Michael als Seelenwäger und der heilige Christophorus. Manfred Welker