Frank Herzog ist der neue Präsident des FC Lichtenfels. Bei der Hauptversammlung in der Stadthalle wählten ihn die Mitglieder zum Nachfolger von Bernd Legal, der sein Amt nach 22 Jahren abgab. Rund ein Viertel der 418 Mitglieder waren der Einladung gefolgt. Neben dem Präsidenten wurde auch der Vorstand neu gewählt und über die Entwicklung des Vereins und des Vereinsgeländes gesprochen. Über all dem steht auch heute noch das Kredo von 1906: "Kämpfe mit Leidenschaft, siege mit Stolz, verliere mit Respekt - aber gib niemals auf!"

"Bernd Legal hinterlässt mit seiner Persönlichkeit große Fußspuren", sagte der neue Präsident Frank Herzog. Als Unternehmer ein sachlicher, klar strukturierter Geschäftsmann, warnte er die Mitglieder vor seinem zweiten, dem "irrationalen Fußballgesicht", das von Emotionalität und Leidenschaft für die Jagd nach dem runden Leder geprägt sei. Er richtete einen Appell an die Mitglieder, dass es des "Engagements der vielen" bedürfe, um die Ziele und Herausforderungen in Zukunft zu erreichen und Visionen umzusetzen. "Fußball ist viel mehr als nur ein Sport, sondern ein gesellschaftlicher Auftrag." Daran möchte er mit möglichst vielen gemeinsam arbeiten.

Zweite Bürgermeisterin Sabine Rießner lobte in ihrem Grußwort genau diesen unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz vieler. Der Verein komme seiner gesellschaftlichen Verantwortung und Aufgabe vorbildlich nach.

Die Vision(en) des Vereins

Die große Vision ist das Projekt "FCL 2030", in dem ein 15-köpfiges Zukunftsteam sich unterschiedlicher Themen angenommen hat. Unter anderem gilt es, die Jugendarbeit als tragende Säule des Vereins weiter zu stärken, die Eltern vermehrt mit ins Boot zu holen und Kindern weit mehr zu bieten als nur die Möglichkeit, im Verein Fußball zu spielen. Die Kultur des Vereins ist das Fundament: Jeder ist beim 1. FC Lichtenfels willkommen. Unter anderem sind auf dem Gelände ein neues Kunstrasen-Großspielfeld, zwei neue Kunstrasen-Minispielfelder sowie ein neues Betriebsgebäude und zwei Flutlichtanlagen geplant. Die Gesamtkosten werden auf drei Millionen Euro geschätzt.

Der Sportliche Leiter, Christopher Fischer, berichtete von erfolgreichen Zeiten, in denen vor allem die Damenmannschaft, die in einer Spielgemeinschaft mit dem TSV Staffelstein antritt, mit der Meisterschaft in der Kreisliga Nord sowie dem Gewinn des Kreispokals Glanzlichter setzte.

Jugendleiter Michael Robisch berichtete von leicht steigenden Zahlen an aktiven Kindern und Jugendlichen und zeigte sich dabei zuversichtlich, die entstandene Lücke im A-Junioren-Bereich in den kommenden Jahren wieder schließen zu können. In der in einigen Jahrgängen seit 2017 bestehenden Spielgemeinschaft mit dem TSV Staffelstein und dem Schwabthaler SV begegne man sich auf Augenhöhe.

Legals emotionaler Abschied

Für die Kegelabteilung berichtete der scheidende Abteilungsleiter Siegfried Lippert. In der nun beginnenden Saison trete der FCL mit vier Teams an. Es konnte keine Jugendmannschaft gemeldet werden. Die Abteilungsleitung übernehmen Maximilian Kraus und Michael Lassonczyk.

Der 75-jährige Bernd Legal dankte in seiner Abschiedsrede seinen langjährigen Wegbegleitern, mit denen er das "FCL-Schiff auch in schwerer See immer wieder gemeinsam flottbekommen" habe. Mit tränenerstickter Stimme würdigte er die Leistungen aller, die ihrem FC in guten wie in schlechten Zeiten die Treue gehalten hätten. red