Zu einer Traditionsveranstaltung hat sich das Wehrmannschießen der Schützengesellschaft (SG) Coburg entwickelt. Bereits zum elften Mal trafen sich Schützen, um sich im traditionellen Sportschießen zu messen. Das Wehrmanngewehr wurde vor allem nach dem ersten Weltkrieg benutzt, als es in Deutschland verboten war Militärgewehre zu besitzen.

Nachdem sich die Sportler dem historischen Schießen verschrieben haben, durften die Waffen, zeitgenössische Militär- Einlader oder Repetiergewehre, nur mit offener Visierung, mit maximal zwei Visierpunkten benutzt werden. Diopter und Zielfernrohre waren ebenso unzulässig wie Stecherabzüge und das Tragen einer speziellen Schießbekleidung. "Wir schießen wie vor 100 Jahren", beschrieb der Initiator Arpad von Schalscha-Ehrenfeld die Kulisse des Wettkampfes.

Dass das Coburger Wehrmannschießen eine große Anziehungskraft hat, konnte an der Starterliste gesehen werden. Arpad von Schalscha-Ehrenfeld konnte 29 Sportler und eine Sportlerin aus Unterfranken, Oberfranken und Thüringen begrüßen. Die weiteste Anreise nahm Roland Braun von der SG Hohenberg an der Eger auf sich. Bis er den ersten Schuss abgeben konnte, musste er über 130 Kilometer Wegstrecke hinter sich lassen.

Zielsichere Schützen

Den Schützen allesamt attestierte von Schalscha-Ehrenfeld, eine hervorragende sportliche Leistung erbracht zu haben. In einem besonderen Licht sind die Ergebnisse zu werten, da ein Trainingsbetrieb in den letzten Monaten nicht möglich war.

Wie zielsicher die Schützen waren, verdeutlichte er daran, dass Hartwig Judas (PSG Wunsiedel) 146 von 150 möglichen Ringen schoss, am Ende sich aber mit dem vierten Platz begnügen musste. Oberschützenmeister Stefan Stahl freute sich, dass mit dem Wehrmannschießen der erste Wettbewerb in Coburg durchgeführt werden konnte. "Wahrscheinlich ist es auch der letzte", prophezeite Stahl im Hinblick auf Aussagen des Bayerischen Schützenbundes. Demnach steht aufgrund der derzeitigen Pandemie die Durchführung aller Wettkämpfe zur Disposition. "In München haben sich die Wogen überschlagen", kommentierte der Oberschützenmeister die Entwicklung. Wie es im kommenden Jahr weitergehen soll, ist für Stefan Stahl völlig unklar.

In die Siegerliste beim Wehrmannschießen konnten sich eintragen: 50 Meter Kleinkaliber: 1. Arpad von Schalscha-Ehrenfeld (SG Coburg, 147 Ringe), 2.Harald Weyrich (PSV Mellrichstadt, 146 Ringe), 3.Helmut Stubenrauch (SG Ebern, 146 Ringe); 100 Meter Kaliber 8,15x46 R: 1. Harald Weyrich (PSV Mellrichstadt, 145 Ringe) ), 2. Arpad von Schalscha-Ehrenfeld (SG Coburg, 144 Ringe), 3. Karola Kießling (PSG Wunsiedel, 141 Ringe); Mannschaft:1. SG Ebern( 431 Ringe, 29 Zehner), 2.PSG Wunsiedel (431 Ringe, 27 Zehner), 3. SG Coburg (Arpad von Schalscha-Ehrenfeld, Wolfang Zeuß, Frank Deuerling, 418 Ringe), 4. SG Scheuerfeld (Lars Müller, Nils Arch, Matthias Heider, 393 Ringe). mr