Die "Helden des Alltags" halfen ehrenamtlich in der Corona-Krise, diese leichter erträglich zu machen. Diese Hilfe konnte ganz unterschiedliche Formen annehmen. Ein österlicher Dank des Pfarrgemeinderates St. Georgspfarrei ging an die Mitarbeiter der eigenen Kitas, des Seniorenzentrums St. Anna sowie des Kreiskrankenhauses und den Caritas-Pflegedienst. Fünf jungen Männern fühlten sich die Pfarrangehörigen besonders verbunden.

Zusammen mit Benedikt Döring, Benni Schmerler, Henrik Jesberger, Paul Meier und Michael Litz entwickelte Stadtpfarrer Kilian Kemmer ein digitales Konzept, das auf unerwartete Resonanz stieß. Vom 28. März bis 8. Mai sendeten die Jugendlichen aus der Technikgruppe des Gymnasiums Höchstadt täglich live über die Homepage der St. Georgspfarrei.

Abendliche Besinnung mit Gästen

In insgesamt 49 Sendungen präsentierten die jungen Männer überwiegend an den Werktagen 38 Mal die abendliche Besinnung "halb acht - kurz nachgedacht". Neben dem Seelsorgeteam der Pfarrei wirkten dabei auch Erzbischof Ludwig Schick, Landrat Alexander Tritthardt, Bürgermeister Gerald Brehm, Maria Lisch, Karola dos Reis Goncalves, Sabine Dorsch, Jutta Paulini, Eva Decker-Döring, Chefarzt Martin Grauer, Rektor Michael Ulbrich und andere mit. Allein drei Livestreams gab es für die diesjährigen Erstkommunionkinder.

Die Vortragenden wählten sich ganz unterschiedliche Standorte in der Kirche aus, darunter die Orgelempore, den Altarraum, die Ölberggruppe auf dem Kirchplatz oder die Lourdesgrotte. Für die letzte Übertragung am 8. Mai wählten sich die Techniker den wohl schwierigsten Übertragungsort aus: den Dachboden des Kirchenschiffes.

Zu den Andachten kamen die sechs Gottesdienste, die man an den Sonn- und Feiertagen live übertragen hat. Eine besondere Herausforderung stellten bild- und tontechnisch die vier großen Gottesdienste der Karwoche mit ihren unterschiedlichen Aufnahmeorten und den Prozessionen dar.

Für alle Beteiligten stand fest: Entweder live oder gar nicht. "Wir bringen doch nichts rüber, wenn wir zum Beispiel eine Woche oder Tage vorher schon eine Osternacht inszenieren würden", so Kemmer.

Ein Highlight war die Übertragung der ersten Maiandacht aus der leeren Kirche und die abendliche Lichterprozession mit einer kleinen Delegation quer durch die Altstadt. Aus einem vorausfahrenden Auto filmend, konnten stimmungsvolle Bilder an die Bildschirme zu Hause übertragen werden.

Benedikt Döring legte eine Statistik der Seiten Youtube und Twitch vor: Über 35 000 Aufrufe waren am letzten Sendetag zu verzeichnen. Dank einer Sammlung für die Techniker konnte Statdtpfarrer Kilian Kemmer den fünf für die fast 100 geleisteten Arbeitsstunden einen Betrag in Höhe von 3500 Euro überreichen. Alle Sendungen sind auf der Homepage von St. Georg nach wie abrufbar. LM