Es gibt ihn noch, den Zusammenhalt auf den Dörfern. Und der lässt so manchen kleinen Wunsch in Erfüllung gehen. "Ich such' seit Jahren eine Krippe, die man draußen aufstellen kann", sagt Andi Pfarrdrescher. Er wohnt in Schwabthal, ist Ortssprecher und Stadtrat gleichermaßen sowie Gastronom.

  Die Grünfläche von Erika Dinkel am Ortseingang, auf der seit Jahren zu Weihnachten ein geschmückter Weihnachtsbaum der Gemeinde steht, bot sich als Strandort an. Allein die Suche nach einer passenden Krippe war nicht einfach. Sie sollte witterungsbeständig, gut erhalten und vor allem bezahlbar sein. "Ich hab sogar überlegt, mich in Österreich umzuschauen", schmunzelt Andi, als er nach erneuter Suche im Internet plötzlich etwas Passendes fand. Nicht wenig staunte er, als er den Anbieter las: eine Privatperson aus Kleukheim. Schnell war der Kontakt hergestellt, Andi Pfarrdrescher machte sich auf den Weg. Die Krippe ist noch zu haben, erzählte der Familienvater, der namentlich nicht genannt werden möchte. Einige kleine Reparaturen seien notwendig, sonst sei das mehr als 20 Jahre alte Ensemble gut in Schuss. Man wurde sich einig, der Krippenstall samt Figuren machte sich im Anhänger auf die Reise in den Lautergrund.

Mit ihren Maßen von 1,80 x 1,40 x 1 Meter  hat die Krippe eine beachtliche Größe. Andi Pfarrdrescher machte sich auf die Suche nach Sponsoren. "Jeder, den ich gefragt habe, hat gleich ,Ja‘ gesagt", resümiert der Ortssprecher. Katja und Christian Dinkel, Marina und Matthias Dinkel, Resi und Josef Ruppenstein, Erika Dinkel sowie Andi und Jutta Pfarrdrescher sind nun sozusagen eine Eigentümergemeinschaft. Schreiner Andreas Ruppenstein bot an, die Reparaturen am Dach des Krippenstalls zu erledigen. Das war vor drei Wochen.

Nun steht die Krippe auf der Grünfläche an der ersten Straßenkreuzung/Ortseingang. Die Figuren von Maria, Josef und dem Schäfer samt den beiden Schafen sind fest auf dem Krippenboden angebracht. Stroh und grüne Zweige schmücken das Ensemble, das täglich just dann beleuchtet wird, wenn auch die Beleuchtung des großen städtischen Christbaumes einige Meter dahinter angeht.

  Die Krippe mit dem Fachwerkstall und den Dachpappenschindeln, die kupfernen Firstrahmen und nicht zuletzt die großen, sorgfältig gearbeiteten Figuren im Inneren kann man noch bis Dreikönigstag bewundern.