Erlangen — Der HC Erlangen muss in der Handball-Bundesliga weiter auf seinen ersten Auswärtssieg warten. Trotz der wohl besten Abwehrleistung der Saison hatten die Mittelfranken bei der HSG Wetzlar das Nachsehen. "Die 6-0-Deckung mit einem starken Torhüter hat sehr gut funktioniert. Aber leider haben wir zu viele einfache Fehler im Angriff gemacht und so das Spiel in der Endphase verloren", analysierte Trainer Robert Andersson.

HSG Wetzlar -
HC Erlangen 28:26

Bei den Gästen agierte Nicolai Theilinger von Beginn an auf der halbrechten Position, doch wie schon im Spiel gegen Kiel verschlief der HCE die Anfangsphase. Schnell führte der Gastgeber aus Mittelhessen mit 5:1, und die Andersson-Truppe lief einem Rückstand hinterher. Dass der Aufsteiger aber Moral beweisen kann, zeigten nicht zuletzt die Auftritte in Lemgo und Hannover - und der HC kam auch in Wetzlar wieder zurück. Zehn Minuten vor dem Wechsel waren die Mannen um Nikolas Katsigiannis, der mit 21 gehaltenen Bällen wieder einmal seine Extraklasse unter Beweis stellte, auf zwei Tore dran. In der Endphase der ersten Halbzeit zeigte Erlangen aber eine kurze Schwächephase, die die Mittelhessen nutzten und den Vorsprung ausbauten (16:11).
Die Ansprache von Robert Andersson schien die Mannschaft verstanden zu haben. Eine extrem gut agierende 6-0-Abwehr und ein starker Katsigiannis ließen die Franken wieder zurück ins Spiel kommen. Ole Rahmel und Nikolai Link, beide mit sechs Treffern erfolgreichste Werfer des Aufsteigers, brachten ihre Farben wieder heran. Fünf Minuten vor dem Ende saß der HC den Hausherren mit nur einem Treffer Abstand im Genick und hatte mehrfach die Möglichkeit zum Ausgleich. In diesen Momenten waren es dann die Nerven, die den Erlangern einen Strich durch die Rechnung machten und den ersten Auswärts-Zweier der Saison verhinderten. Leichtfertig vergebene Chancen und eine Zeitstrafe vier Minuten vor dem Ende machten den Erfolg der HSG Wetzlar perfekt. Der HC Erlangen hat nun zehn Tage Zeit, sich auf das wichtige Heimspiel gegen Hamburg vorzubereiten. red
HSG Wetzlar: Wolff - Prieto, Manaskov (7), Weber (3), Tönnesen (3), Laudt (2), Fäth (5), Hahn (1), Bliznac, Joli (5/4), Balic (1), Klesniks, Lipovina (1)
HC Erlangen: Bayerschmidt, Katsigiannis - Weltgen, Theilinger (3), J. Link (3), Preiß (5), Sveinsson, Nienhaus (1), Heß, Rahmel (6), Stranovsky (2), Link N. (6), Thümmler