Genau elf Monate vor dem offiziellen Ende von "Kultourismus im Schloss" in der Rechtsform eines Kommunalunternehmens ist wieder Bewegung in die Angelegenheit gekommen. Weil es inzwischen seit einem dreiviertel Jahr keinen Verwaltungsrat mehr gibt, haben die Fraktionen Forum aktiv, Freie Wähler, SPD und der fraktionslose Leo Pfennig einen Antrag gestellt. Danach sei es angesichts des Endes der Anstalt des öffentlichen Rechts "Kultourismus im Schloss" am 31. Dezember 2017 nicht mehr sinnvoll, neue Mitglieder für den Verwaltungsrat zu bestellen. "Der Stadtrat möge beschließen, dass die Aufgaben des Verwaltungsrates für die Restlaufzeit den Mitgliedern des Finanz- und Hauptausschusses ad personam übertragen werden."
"Es dauert einfach zu lange", begründet Leo Pfennig gegenüber unserer Zeitung diesen Antrag. In der Januar-Sitzung sei das Thema nicht behandelt worden und auch am nächsten Montag stehe es nicht auf der Tagesordnung. Das fraktionslose Stadtratsmitglied legt aber Wert auf die Feststellung, dass die drei Fraktionen und er zwar den Antrag formuliert haben, er gehe aber auf einen Vorschlag zurück, den Klaus Schebler (Neue Wege) vor einiger Zeit geäußert hatte. "Wir müssen in diesem Bereich wieder handlungsfähig werden", findet Leo Pfennig.
Klaus Schebler bestätigt, dass er diesen Vorschlag im Stadtrat unterbreitet hat. "Ich habe ihn aber nicht weiter verfolgt." Er sei dankbar, dass die drei Fraktionen und Leo Pfennig nun diesen Antrag formuliert haben. "Ich werde dem auch zustimmen", sagt Klaus Schebler. Das sei eine gute Lösung, bevor man jetzt neue Leute für den Verwaltungsrat sucht, die sich auch noch einarbeiten müssten. "Sehr fair", findet Klaus Schebler, dass Leo Pfennig ihn als denjenigen genannt hat, der den Vorschlag zuerst unterbreitet hat.


Vier Leute gefunden

Das war's dann aber auch mit der Harmonie, denn Bürgermeister Helmut Blank (CSU) findet das Ganze gar nicht lustig. Er hatte den Auftrag vom Stadtrat bekommen, vier neue Verwaltungsratsmitglieder zu finden. "Ich habe die Zusage von vier Leuten", sagt er. Nun werde man das Thema noch einmal im Stadtrat besprechen, worin er kein großes Problem sieht. Dass er von dem Antrag von der Presse erfahren hat, wurmt ihn dagegen mehr. Zwar hatten die Antragsteller die Nachricht mit einer Sperrfrist belegt, damit der Bürgermeister das Schreiben, dass am Dienstag in der Post war, auch lesen kann. Helmut Blank war aber den gesamten Dienstag wegen der anstehenden Erneuerung der Ortsdurchfahrt in Wermerichshausen unterwegs. "Ich kenne den Antrag nicht", sagte er am Mittag gegenüber dieser Zeitung. Man könne doch alles im Vorfeld besprechen. Der Bürgermeister findet es gar nicht gut, dass er über bestimmte Dinge durch die Presse informiert wird, so habe er beispielsweise auch nichts von der letzten Dienstaufsichtsbeschwerde gewusst, bis die Presse nachgefragt hat.
Bezüglich des neuen Antrags meint er, dass er es wesentlich besser finden würde, wenn die Antragsteller bei ihm vorbei gekommen wären. Dann hätte man das Ganze in Ruhe besprechen können. Man sollte solche Themen erst diskutieren und dann an die Presse gehen, findet Helmut Blank.
 


In den Stadtrat

Nun wird das Thema noch einmal im Stadtrat zu besprechen sein. Denn einerseits hat der Bürgermeister nach seinen Angaben vier Leute gefunden, andererseits liegt der Antrag vor, dass die Mitglieder des Finanz- und Hauptausschusses den Verwaltungsrat stellen. Das sind aber zehn Leute und dem Verwaltungsrat gehörten bislang nur der Bürgermeister und vier weitere Mitglieder an.