Zum Thema "Unterschiedliche Vorgehensweise in Sachen Corona bei Test und Quarantäne" erreichte die BR-Redaktion folgender Leserbrief: Am vergangenen Dienstagnachmittag wurde (um ein Beispiel aus der Praxis zu schildern) ein Geselle von uns durch einen Beauftragten seines Sportvereines darüber informiert, dass im Verein ein positiver Corona-Fall aufgetreten sei und sich jede der circa 25 Personen, die sich am Training beziehungsweise an der Spielersitzung beteiligt haben, morgen zum Testen einfinden und als "Kontaktpersonen 1" bis zum 6. November in Quarantäne begeben müssten. Für den Zeitraum der Quarantäne würde eine Bescheinigung seitens des Gesundheitsamtes ausgestellt, die Lohnfortzahlungskosten müsse der Arbeitgeber zunächst verauslagen und könne sich diese wieder von der zuständigen Behörde erstatten lassen. Aber wer soll das sein, Gesundheitsamt Kulmbach?

Ich habe mich durchgefragt und Anfragen per E-Mail usw. gestellt. Letzten Endes ist dafür die Regierung für Oberfranken in Bayreuth zuständig. Das Ganze gestaltet sich aber höchst aufwendig: Es muss ein achtseitiges Formular heruntergeladen werden, dazu kommen Belege wie Arbeitsvertrag, Lohnabrechnungen und Bescheinigung über den Quarantänezeitraum.

Unser Mitarbeiter hat am Dienstag die Arbeit sofort niedergelegt und wurde am Mittwoch getestet. Dabei wurden an die Betroffenen diverse Fragen gestellt, und alle wurden nun als "Kontaktpersonen 2" eingestuft. Das bedeutete: Test am Mittwoch (darüber auch die Bescheinigung) und sofortige Arbeitsaufnahme, ohne das Testergebnis abzuwarten.

Wir halten das für eine unverantwortliche Vorgehensweise. Sollten sich die Getesteten freiwillig beziehungsweise auf Anordnung des Arbeitgebers weiterhin in Quarantäne begeben, muss dafür eine Krankmeldung ausgestellt (läuft nicht über das Gesundheitsamt) oder die Abwesenheit mit Urlaubstagen verrechnet werden.

Das Testergebnis lag dann kurzfristig am Donnerstag vor. Wir haben mit unserem Arbeitnehmer im gegenseitigen Einverständnis vereinbart, dass dieser erst dann wieder die Arbeit aufnimmt, wenn ein Negativtest vorliegt. Das würde bedeuten, für Mittwoch müsste ich eine Beantragung zur Kostenübernahme an die Regierung für Oberfranken stellen, was mir bestimmt viel Zeit rauben würde, und für Donnerstag entweder einen Urlaubstag verrechnen oder den Arbeitnehmer zum Arzt schicken und hoffen, dass er eine Krankmeldung bekommt. Eigentlich sollte dies aber nicht Aufgabe der Ärzte sein, Bescheinigungen für diesen Zeitraum auszustellen.

Also, wir können die ganze Vorgehensweise nicht so ganz verstehen. Dennoch sind wir froh, dass die "Sache" für unseren Arbeitnehmer "negativ" ausgegangen ist und er somit wieder die Arbeit aufnehmen kann. Bei der ganzen Geschichte muss man sich allerdings fragen, ob es hier überhaupt klare Regelungen innerhalb des Gesundheitsamtes gibt. Manuela Beszczynski

Kulmbach