Haßfurt — Sie haben keine Berufe im sozialen Bereich gewählt, vielmehr gehören die sechs Jugendlichen zum Team der "Maintal Konfitüren" in Haßfurt und erlernen Berufe wie Fachkraft für Lebensmitteltechnik, Industriekauffrau oder Fachkraft für Lagerlogistik. Bei "Maintal" ist es aber seit mehreren Jahren Brauch, dass sich die Auszubildenden im Rahmen des firmeninternen Projekts "Azubi sozial" in einer sozialen Einrichtung engagieren. Zu Anfang haben die Auszubildenden einmal im Jahr als ehrenamtliche Helfer die Schweinfurter Kindertafel unterstützt. Jetzt hat "Maintal", wie das Unternehmen mitteilte, sein Engagement verdoppelt und hilft nun zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst.
Deshalb hatten Christopher Davidson, Kirsten Hauck, Melina Hetzel, Anna Hoh, David Höhn und Patrik Lediger statt Dienst in Verwaltung und Produktion eine Woche lang ihren Einsatz bei der Deutschen Kindertafel in Schweinfurt. Dieses Mal legten auch "Maintal"-Geschäftsführerin Anne Feulner und Ausbilderin Amra Krzyzewski mit Hand an und bereiteten die Brote zu.
In der Schweinfurter Vereinszentrale warteten am Morgen bereits ehrenamtliche Mitarbeiter, die Tag für Tag Brotzeitrationen für Schulen und Kindergärten zusammenstellen. Jetzt hieß es zunächst, Brote mit Käse und Wurst und Salatgarnitur zu belegen und zu verpacken. Anschließend ging's ans Befüllen der Brotzeit-Tüten: In jede kamen ein belegtes Brot, ein Saft, Milch oder ein Wasser und ein Apfel oder eine Banane - also gesunde und ausgewogene Pausenkost. Eine gute Stunde später lieferten die "Maintaler" mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern die Frühstückspäckchen aus, so dass die Kinder pünktlich versorgt waren.


300 Frühstückspäckchen

Insgesamt beliefert die Schweinfurter Kindertafel aktuell 13 Grund-, Haupt- und Förderschulen und zwei Kindergärten mit rund 300 Frühstückspäckchen pro Tag.
Kirsten Hauck: "Die Aktion war einerseits eine schöne Abwechslung zum Arbeitsalltag, und ich habe es wirklich gerne gemacht. Zum anderen wurde mir aber auch bewusst, dass es ziemlich viele Kinder gibt, die zuhause wohl kein ordentliches Frühstück oder kein Pausenbrot mit in die Schule bekommen."
Und auch die Azubis Anna Hoh und David Höhn sind sich einig: "Wir finden, dass der Verein tolle Arbeit leistet. Alle Mitarbeiter engagieren sich ehrenamtlich, Tag für Tag, davor ziehen wir den Hut. So etwas auf die Beine zu stellen und am Leben zu erhalten, braucht viel Kraft und eine gehörige Portion Optimismus."
Das Thema Sozialkompetenz liegt Geschäftsführerin Anne Feulner am Herzen: "Ich finde es für die Persönlichkeitsentwicklung sehr wichtig, dass man nicht nur fachliches Wissen erwirbt, wichtig für uns sind auch Sozialkompetenz und ein Gespür für die Probleme unserer heutigen Gesellschaft. Um das Soziale nicht nur innerhalb des Unternehmens zu leben, sondern uns auch bei karitativen Einrichtungen einzubringen und dort mit anzupacken, führen wir unser ,Azubi-sozial'-Projekt durch", betont sie. red