von unserem Mitarbeiter Ralf Naumann

Haßfurt — "Seltsam". Mit nur einem Wort, dazu noch einem relativ neutralen, bezeichnete ESC-Vorstandsmitglied Andreas Kurz nach dem Schlusspfiff die Leistung. Damit meinte er aber nicht die der Haßfurter "Hawks", die aufgrund einer 5:9 (1:4, 4:2, 0:3)-Niederlage beim VER Selb 1b ihren Saisonauftakt in der Landesliga Nord/Ost in den Sand gesetzt hatten. Gemeint waren vielmehr die beiden Unparteiischen.
Doch weiter äußern wollte sich Kurz nicht. Nur soviel: "Bei fünf gegen fünf haben wir jedenfalls nur zwei Gegentreffer bekommen." Scheinbar ist das Aufeinandertreffen des Schiedsrichtergespanns Sven Braun und Walter Marlon auf der einen und den "Hawks" auf der anderen Seite stets brisant. Bereits beim Freundschaftsspiel gegen Lauterbach verteilten die beiden 141 Strafminuten, davon 102 gegen die Haßfurter. Das war in Selb nicht viel besser. Zwei zehnminütige Disziplinarstrafen und 17 zweiminütige Bankstrafen kassierten die Haßfurter, die somit sehr oft in Unterzahl agieren mussten. "Mit drei, vier oder ab und zu auch mal fünf gegen sieben kann man nicht Eishockey spielen. Das geht einfach nicht", lautete das kurze Statement von ESC-Trainer Lubos Thür, der sich mit weiteren Aussagen ebenfalls zurückhielt.

Nicht ins Spiel gefunden

Dafür, dass die Unterfranken in den ersten 20 Minuten noch nicht richtig bei der Sache waren und bis zur ersten Pausensirene mit 1:4 (Torschütze für Haßfurt war David Franek, 10.) im Hintertreffen lagen, konnten die Unparteiischen noch nichts. Vielmehr hatte die äußerst stark besetzte Mannschaft von VER-Trainer Sascha Grögor, dessen Spieler der ersten Angriffsreihe viel Oberligaerfahrung aufwiesen, wobei die zweite Formation im vergangenen letzten Jahr in der Bayernliga spielte, sehr schnell und sehr gut ins Spiel gefunden. Eine deutliche Steigerung dann im Mittelabschnitt, das die Haßfurter über weite Strecke dominierten und durch weitere Treffer von David Franek (28./40.) und Fabian Kohn (31./39.) mit 4:2 für sich entschieden. Jedoch ging in den letzten 20 Minuten die Aufholjagd nicht weiter. Auch, weil sowohl David Franek als auch Marcel Schorr aufgrund ihrer zehnminütigen Zwangsauszeiten der Mannschaft nicht helfen konnten. Petr Polesny (41.) und nur eine Minute später Patrick Pfänder (42.) erhöhten auf 8:5. Den Schlusspunkt für die "Wölfe" markierte Warkus (54.).
"Ich kann nichts kritisieren", blickte Lubos Thür trotz der Auftaktniederlage bereits unmittelbar nach dem Ende wieder nach vorne. "Die Jungs haben gekämpft und alles gegeben. Wenn beide Mannschaften vollzählig waren, war das Spiel ausgeglichen." Und für Andreas Kurz stand fest: "Gegen Selb 1b werden noch viele Mannschaften Probleme bekommen und Punkte lassen."
ESC Haßfurt: Mart. Hildenbrand, Platten - Rambacher, Ziegler, Stahl, Schorr, Marx - Eller, Franek, Nold, Max Hildenbrand, Bates, Dietrich, Kohn, Zösch, Stelcich / SR: Braun / Marlon / Zuschauer: 113 (40 aus Haßfurt) / Tore für Haßfurt: 2:1 (10.) Franek, 5:2 (28.) Franek (Schorr), 5:3 (31.) Kohn (Rambacher), 6:4 (39.) Kohn, 6:5 (40.) Franek (Schorr) / Strafzeiten: Selb 1b 22 / Haßfurt 34 plus jeweils Disziplinarstrafen gegen Franek und Schorr