In Sachen Hochbeet kennen sich in Haßfurt die Buben und Mädchen aus der Grundschulklasse von Ulrike Pottler und die Partnerklasse des Förderzentrums jetzt hervorragend aus. Seit dem Frühjahr bebauen sie nämlich ihr eigenes Hochbeet am Schulhaus im Dürerweg, das sie dem Projekt "PflanzenWelten" der Town & Country-Stiftung zu verdanken haben. Am Mittwoch fand die offizielle Übergabe im Beisein von Vertretern der Stiftung statt.
"Ich habe ja erstmal einen Haken befürchtet, als mir der Herr Nishen am Telefon einfach so ein Geschenk anbot", gestand die Schulleiterin Gisela Schott ein, "aber es gibt keinen Haken und die Kinder sind begeistert". Radieschen und Schnittlauch aus dem Hochbeet haben sie bereits genossen, die Tomaten und die Karotten gedeihen; "nur mit den Erbsen hatten wir leider kein Glück", erklärte Lehrerin Ulrike Pottler.
Sehr beeindruckt zeigten sich die Gäste von dem Wissen, das die Kinder aus dem Aufbau des Hochbeets behalten haben. Die Beete der Stiftung werden als kompletter Bausatz geliefert, die Holzkonstruktion entsteht in einer Behindertenwerkstatt bei Dresden und ist ohne Schrauben und Bohren aufzubauen.
Auch der Inhalt für die verschiedenen Bodenschichten war komplett dabei. Das Hochbeet ist 1,90 Meter lang und 1,20 Meter breit und aus langlebigem Lärchenholz gefertigt. Nagergitter, Schneckenschutz und Noppenfolie zum Schutz des Holzes - alles im Paket dabei.
Aufgebaut wurde das Hochbeet gleich neben den beiden Hochbeeten und dem Himbeer-Garten der benachbarten Mittelschule, so dass hier ein kleines Zentrum für Hobbygärtner entsteht. Auch der Hausmeister kann sich während der Ferien so leichter um den kleinen Schulgarten kümmern. An Schultagen sind die Kinder selbst dafür verantwortlich, dass ihre Pflanzen genügend Wasser haben und dass sie gepflegt werden.
Aline Hildebrandt ist die Botschafterin der Town & Country-Stiftung in der Gegend und freute sich über die Begeisterung der Kinder. "Mein Vater und ich führen ein Bauträger-Unternehmen in Schweinfurt. Wer baut, nimmt Natur weg und mit der Arbeit in der Stiftung wollen wir etwas wieder zurückgeben", erklärte sie den Kindern die Absicht der Stiftung. Die wurde von dem Unternehmerehepaar Gabriele und Jürgen Dawo ursprünglich gegründet, um unverschuldet in Not geratenen Bauherren zu helfen. 2016 wurde der Stiftungszweck ausgeweitet auf weitere gesellschaftliche Bereiche, unter anderem die Förderung der Volks- und Berufsbildung etwa durch die Unterstützung von vorschulischen und schulischen Einrichtungen.
Das Haßfurter Hochbeet gehört zur Initiative "Zukunft Stadt und Natur", die mehr Grün in die Städte bringen und die Beziehung zur Natur stärken soll, und in die in diesem Jahr über 300 000 Euro fließen.
Dass die Haßfurter Grundschüler nun aktiv ihr eigenes Gemüse ziehen können und einen besonderen Bezug zum Lebensmittel bekommen, das freute auch den Haßfurter Dritten Bürgermeister Stephan Schneider (SPD). Noch größer war die Freude, als Dirk Nishen und Aline Hildebrandt vor Ort spontan zusicherten, ein zweites Hochbeet für die Ganztagsklasse am Standort Sylbach zu stiften. sw