Dr. Hildrun Schättin geht in den Ruhestand. Mehr als 17 Jahre lang war sie Chefärztin der Viszeral- und Allgemein-Chirurgie am Haus Haßfurt der Haßberg-Kliniken. Aber das Krankenhaus hat die in Haßfurt aufgewachsene Medizinerin sogar viel länger begleitet. Das wurde bei ihrer Verabschiedung deutlich, wie aus einer Pressemitteilung des Kommunalunternehmens Haßberg-Kliniken am Freitag hervorgeht.

"Ich will zu einer stabilen Zukunft an den Haßberg-Kliniken beitragen." Ob Hildrun Schättin, als sie diesen Satz einst bei ihrer Vorstellung als neue Chefärztin der Viszeral- und Allgemein-Chirurgie in Haßfurt sagte, wohl geahnt hat, dass sie ihn so lange mit Leben füllen würde?

Mehr als 17 Jahre ist es her, dass sie im Oktober 2003 die Nachfolge von Hubert Schildhauer antrat. Ein Mann, der 26 Jahre lang Chefarzt war. Ganz so lange blieb Schättin zwar nicht, aber auch ihr Name wird sicherlich noch lange mit dem Haßfurter Krankenhaus in Verbindung gebracht werden.

"Sie waren über viele Jahre hinweg ein Gesicht der Haßberg-Kliniken", erklärte Vera Antonia Büchner bei der Verabschiedung am Donnerstag. "Sie haben das Krankenhaus und Ihre Abteilung geprägt", sagte die Vorstandsvorsitzende des Kommunalunternehmens.

Unter der Chefärztin wurden seit 2003 Operationen an der Schilddrüse etabliert und zu einem Markenzeichen des Krankenhauses. Zudem war Schättin im Landkreis eine Pionierin der Schlüsselloch-Chirurgie im Weichteil-Bereich. Dabei wird auf großflächige Schnitte verzichtet. Stattdessen wird über einen kleinen Schnitt eine Kamera in den Bauchraum eingeführt. Die Operation wird via Bildschirm, der das Körperinnere zeigt, überwacht. Kleine Narben und weniger Schmerzen nach dem Eingriff sind die großen Vorteile der minimalinvasiven Operationsmethode, die in Haßfurt längst Standard ist.

Ferienjob in der Küche

Das Haßfurter Krankenhaus war ihre Klinik. Den ersten Kontakt gab es schon, als Hildrun Schättin noch in Haßfurt das Gymnasium besuchte. Da jobbte die Schülerin in den Ferien im Krankenhaus als Küchenhilfe. Den Wunsch, später einmal medizinisch tätig zu werden, gab es schon damals. Da es direkt nach dem Abitur nicht mit einem Studienplatz klappte, absolvierte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester, natürlich am Haßfurter Krankenhaus.

Nach einem Jahr in einem Bad Tölzer Krankenhaus begann Dr. Hildrun Schättin dann 1981 mit dem Studium der Humanmedizin 1981 in Italien, ehe sie von 1982 bis 1987 an die Universität Würzburg wechselte. Das medizinisch-praktische Jahr leistete sie am Leopoldina-Krankenhaus in Schweinfurt und an der Orthopädischen Klinik König-Ludwig-Haus in Würzburg ab. Ihre Promotion folgte 1990 an der Orthopädischen Universität in Tübingen. Schon zuvor war die Ärztin wieder an ihr Krankenhaus nach Haßfurt zurückgekehrt. Von Juni 1988 bis Dezember 1991 war sie Assistenzärztin in der Chirurgischen Abteilung des Kreiskrankenhauses in Haßfurt. Chef war damals ihr Vorgänger als Chefarzt, Hubert Schildhauer.

1992 wechselte die Medizinerin an die Chirurgische Klinik des Juliusspitals in Würzburg ehe 2003 die erneute Rückkehr anstand, diesmal als Chefärztin.

Bei der Suche nach ihrem Nachfolger half sie mit. Gefunden wurde ein Arzt, den sie als ihren "absoluten Wunschkandidaten" bezeichnet. Dr. Mathias Fritz wechselt aus dem Ruhrgebiet nach Haßfurt und soll die Arbeit von Dr. Hildrun Schättin ab dem neuen Jahr 2021 fortführen und auch ausbauen. red