Wegen der Corona-Pandemie fand heuer keine Jahresabschlusssitzung des Haßfurter Stadtrats statt. Darin hätte der Bürgermeister üblicherweise seinen Jahresbericht gegeben. Ein Jahresbericht liegt dennoch vor. Die Stadt hat den Jahresbericht von Bürgermeister Günther Werner (WG) auf die Internetseite der Stadt gestellt.

"Wer hätte das bei unserem Neujahrsempfang am 1. Januar auf dem Marktplatz für möglich gehalten, dass in diesem Jahr alles anders kam als geplant? Fast alle Vereinsfeste, Jubiläen und kulturellen Veranstaltungen, unter anderem der Tag der Franken, deren Planungen damals schon im vollen Gange waren, mussten aufgrund der Pandemie abgesagt werden. Der Tag der Franken wurde mittlerweile auf 2022 verlegt", heißt es im Jahresbericht von Werner.

Das Jahr brachte nach seinen Angaben aber auch positive Ereignisse. "Stolz durften wir alle im Januar auf die Aufnahme unseres Stadtwerks ins Weißbuch der internationalen Organisation für erneuerbare Energien sein", erklärt Werner weiter. Darin werden weltweit 44 Energieversorger vorgestellt, die auf die Versorgung mit 100 Prozent regenerativen Energien hinarbeiten.

Unter besonderen Bedingungen musste am 15. März kurz vor dem völligen Lockdown die Kommunalwahl stattfinden. Werner sagt Dank an alle ehrenamtlichen Wahlhelfer und die Bediensteten der Stadt für den reibungslosen Ablauf des Wahltages. In diesem Jahr wurde die jemals höchste Anzahl an Briefwahlunterlagen verschickt, nämlich 4344 Stück.

Danach trat in Bayern vom 16. März bis 16. Juni der landesweite Katastrophenfall ein. "Umgehend haben wir einen Krisenstab eingerichtet, der sich seither regelmäßig trifft, um wichtige Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge, die Maskenbeschaffungen und Organisation der Hygienevorschriften sicherzustellen", beschreibt Werner. Auf die Initiative "Solidarität in der Nachbarschaft" haben spontan über 50 Bürger aus fast allen Orten ihre Hilfe angeboten.

Dank Smart City konnte die Stadt Haßfurt zusammen mit einer Firma Anfang April eine Internetseite erstellen, auf der die ansässigen Gastronomie- und Gewerbebetriebe ihre Angebote einstellen konnten. Die Seite hat heute schon mehr als 100 000 Klicks.

Im April wurde unter Einbeziehung der Bevölkerung (Fragebögen) mit der Erstellung eines Energienutzungsplanes für eine optimale und effizientere und umweltfreundlichere Energieversorgung begonnen.

Im Mai erfolgte, wie der Bürgermeister weiter schildert, der Spatenstich für das Kombikraftwerk aus Photovoltaikanlage und Großspeicher im Gewerbegebiet Ost zur Versorgung der mittleren und größeren Betriebe vor Ort mit grünem Strom.

Im Juni kam es "nach langem Ringen" endlich zu einer Einigung zwischen Telekom und einer Firma in Schweinfurt zur schnellen Internetversorgung in Prappach, Augsfeld und Wülf-lingen. "Ich hoffe, dass die betroffenen Bürgerinnen und Bürger dann endlich die gewünschte Datengeschwindigkeit erhalten", erklärt der Bürgermeister mit Blick auf jahrelange Ärgernisse und Beschwerden bei diesem Thema.

Im Juli erhielt das Stadtwerk in München die Auszeichnung "BHKW des Jahres" durch den Staatsminister Hubert Aiwanger verliehen. Der Wirtschaftsminister besichtigte die Power-to-Gas-Anlage im Hafen, und am gleichen Tag wurde das Energy-Lab zwischen dem Stadtwerk und der Technischen Hochschule Amberg-Weiden begründet.

Im September konnten die neuen Räume der Touristinformation und des Kulturamtes öffnen. Sie werden laut Bürgermeister von der Bevölkerung sehr gut angenommen.

Zum Jahresbericht des Bürgermeisters gehört alljährlich der statistische Bericht (siehe den gesonderten Artikel rechts).