Alexandra Kemnitzer

Völlig überraschend ist am 27. Dezember die langjährige Sonnefelder Gemeinderätin und Dritte Bürgermeisterin Doris Völler gestorben. Der ganze Ort trauert und ist schier fassungslos wegen ihres plötzlichen Todes.

Die "Mühl-Doris", wie sie in Hassenberg genannt wurde, war auch die "gute Seele" des Sonnefelder Ortsteils. Durch ihre offene und freundliche Art war die Hassenbergerin bei vielen im gesamten Steinachtal beliebt und anerkannt.

Die Verstorbene war in den meisten Ortsvereinen Mitglied und arbeitete zum Teil dort auch in den Führungsriegen mit. Unter anderem fungierte sie als stellvertretende Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Hassenberg-Wörlsdorf. Auch sonst hatte die Hassenbergerin für Probleme oder Anliegen stets ein offenes Ohr und half, wo Not am Mann war. Bei Bedarf stand sie immer mit Rat und Tat zur Seite. Die Verstorbene lebte und wirkte stets nach dem Leitspruch: "Hilfst du anderen, so wird auch dir geholfen."

Ein besonderes Hobby von Doris Völler war die Pflege von Brauchtum und Dialekt, was sie auch in mehreren Gedichten und Liedern, die sie selbst verfasste, zum Ausdruck brachte. Ihr neuestes Werk, das Hassenberger Storchenlied, konnte sie aufgrund der derzeitigen Pandemie nicht mehr offiziell vorstellen.

Als Mitglied des Sonnefelder Gemeinderats lagen ihr die Belange der Steinachtaler Ortsteile, die Vereine sowie die Jugend und die Senioren besonders am Herzen. Die Kommunalpolitik begleitete sie viele Jahre, denn auch ihr Vater Otto Weiß war von 1972 an rund 20 Jahre Gemeinderatsmitglied in Sonnefeld und bis zu seinem plötzlichen Tod acht Jahre ebenfalls Dritter Bürgermeister. Doris Völler zog 1996 erstmals in das Gremium ein. In dieser Zeit wirkte die Verstorbene mehrere Jahre als Seniorenbeauftragte der Gemeinde und war einige Jahre Vorsitzende des Jugendforums. Über mehrere Jahre gehörte sie dem Kultur- und Sportausschuss an und arbeitete zuletzt im Haupt-, Finanz- und Personalausschuss mit.

Nach den Kommunalwahlen im März trat Doris Völler in die Fußstapfen ihres Vaters und wurde im Mai zur Dritten Bürgermeisterin gewählt. "Sie war sehr engagiert und hat sich auch jetzt während der Pandemie stets durch Telefonate auf dem Laufenden gehalten", betont Bürgermeister Michael Keilich.

Auch im SPD-Ortsverein, dem sie seit 1996 die Treue hielt, hinterlässt sie eine große Lücke. Denn die Verstorbene versah zuletzt mit großer Sorgfalt und Verlässlichkeit den Posten der Kassiererin, nachdem sie zuvor als Schriftführerin tätig war. Mehrmals kandidierte die Sozialdemokratin auch für den Coburger Kreistag. Als Kinderpflegerin des evangelischen Kindergartens "Spatzennest" Hassenberg gab Doris Völler vielen Mädchen und Jungen das Rüstzeug für das Leben mit auf den Weg und war auch dort bei Groß und Klein sehr beliebt.

Doris Völler hinterlässt einen Ehemann und zwei erwachsene Kinder. Besonders wird sie ihren vier Enkelkindern fehlen. Aufgrund der derzeitigen Beschränkungen ist die Trauerfeier nur im engsten Familienkreis möglich. Doris Völler werden viele als hilfsbereiten und fröhlichen Menschen in Erinnerung behalten. Und wenn sich die Steinachtaler künftig "Gschichtla" von früher erzählen, wird man den Namen "Mühl-Doris" noch sehr oft hören.