Der gesamte Reisenwebersaal in Untermerzbach war Bühne beim Theaterspiel der „Theater AG Untermerzbach .“ Sechs junge Damen in historischen Kostümen begeisterten die zahlreichen Besucherinnen und Besucher mit dem Stück „Die Schöne und das Biest“, wobei die Theaterbühne im Dämmerlicht erschien. Regie führte die 23-jährige Tanja Heubisch, Studentin der Medienwissenschaft und Medienpraxis mit dem Kombinationsfach Theaterdidaktik an der Universität in Bayreuth.

Die urige Atmosphäre des Saals und die alte Bühne luden regelrecht dazu ein, den Raum mit ein wenig Theaterleben zu füllen. Zwischen Schattenspiel und gelungenen Gesangseinlagen von Mia Hahnlein, Eva Mölter und Jule Lieb sowie musikalischer Unterstützung von Sven Hahnlein führte die Theatergruppe durch einen gelungenen Abend. Zum Inhalt: In einem kleinen französischen Dorf leben Belle und ihr handwerkender Vater Maurice. Belle war nicht nur das schlauste Mädchen im Dorf, sondern auch die Schönste. Dies bescherte ihr einige Verehrer wie den ehemaligen Soldaten und Kriegshelden Gaston. Dieser war nicht nur recht eingebildet und selbstverliebt, sondern auch sehr oberflächlich, da er Belle nur wegen ihrer Schönheit heiraten wollte. Sich selbst als die beste Wahl für Belle sehend, machte er ihr kurzerhand in Anwesenheit ihres Vaters einen Heiratsantrag . Die beiden reagieren schockiert und setzen Gaston kurzerhand vor die Tür. Dann verirrt sich der Vater von Belle im Wald und gelangt zu einem längst vergessenen Schloss, wo er ein wärmendes Feuer vorfindet und später in die Fänge des Biestes gerät. Als er nicht zurückkommt, macht sich Belle auf die Suche nach ihrem Vater. Sie findet ihn gefangen im Kerker des Schlosses. Sie befreit ihren Vater, wird aber selbst gefangen genommen. Letztlich geht aber alles gut aus. Zum krönenden Abschluss des Abends glänzen Belle und das Biest mit einem langsamen Walzer zu dem Lied „Beauty and the Beast“, eingesungen von Lumière (Mia Hahnlein).

Insgesamt gab es vier Songeinlagen. Eva Mölter und Mia Hahnlein mit „Days in the Sun“, Mia Hahnlein mit „Beauty and the Beast“, Jule Lieb und Mia Hahnlein mit „Evermore“ und der „Gaston-Song“, den alle Spieler gemeinsam gesungen haben. Mit den Proben, einmal wöchentlich, wurde Anfang Juli begonnen. Erstmals führte Tanja Heubisch Regie. Ihr Studium gestaltet sich aus einer Kombination von theoretischen und praktischen Inhalten. In diesem Rahmen hatte sie die Aufgabe, als Abschlussprojekt für ihr Kombinationsfach Theaterdidaktik, eine eigne Theaterproduktion auf die Beine zu stellen und auszuführen. Die Theaterdidaktik verfolgt das Ziel der Vermittlung von ästhetischer Bildung. Studierende sollen dazu befähigt werden, künstlerisch-pädagogische Theaterarbeit zu leisten und mit Hilfe der Spielpädagogik kreative szenische Spielprozesse anzustoßen.