Kfz-Meister Martin Schneider wird in Aidhausen schon einmal als „Kaffee verkaufender Automechaniker“ betitelt. Doch dies ist weit untertrieben. Der Unternehmer , der eine eigene Kfz-Werkstatt mit 14 Angestellten betreibt, hat zusammen mit seiner Frau das Nachbargebäude der ehemaligen Baufirma Schüßler gekauft und es zu einem Café mit drei Gästezimmern umgebaut. Insgesamt investierte das Ehepaar mehr als 600 000 Euro in den Umbau – zuzüglich der Kosten für den Kauf des Anwesens. Das ALE (Amt für ländliche Entwicklung) gab einen Zuschuss von 200 000 Euro, weil das Paar damit auch in die Grundversorgung der ländlichen Bevölkerung investiere, wie Behördenleiter Jürgen Eisentraut sagte, der den Scheck gleich persönlich überreichte. Passend zum unverbauten Ausblick in die Natur tauften die Schneiders ihr Café auf den Namen „Wiesnblick“. Und tatsächlich: Der Ausblick auf Wiesen und Wälder kann den Gast in Urlaubsstimmung versetzen. Gastgeberin Karin Schneider fühlt sich mittlerweile in Aidhausen auch wohl. Sie stammt aus Frankfurt und verbrachte eine Zeit ihres Lebens in Oberbayern, bevor sie im Jahr 2004 nach Aidhausen kam. Sie engagierte sich im Dorfladen, wo sie auch eine Theke mit Käse- und Olivenspezialitäten etablierte. ALE-Chef Eisentraut bezeichnete Treffpunkte wie das Café „Wiesnblick“ als „das A und O“ der Grundversorgung und Daseinsvorsorge. Er rief dazu auf, das Café zu nutzen und dabei „nicht immer auf die Linie zu achten“. Bürgermeister Dieter Möhring wünschte dem Unternehmerpaar einen erfolgreichen Geschäftsverlauf . Stellvertretender Landrat Michael Ziegler sagte angesichts des Ausblicks, dass das Potenzial von Heimat unterschätzt werde und lobte das Caf é als „klein aber ganz besonders fein“.

Sowohl das Café als auch die Gästezimmer sind barrierefrei zugänglich. Backwaren können gegen Vorbestellung gekauft werden. ms