Die Moonlight-Konzerte in Königsberg sind etwas Besonderes. Veranstaltet werden sie an Tagen, an denen der Erdtrabant seine volle Größe zeigt. Dieses Schauspiel konnte an diesem Sonntag aufgrund der Wetterverhältnisse leider nicht erlebt werden. Erleben konnten die Besucher aber ein beeindruckendes Orgelkonzert in der Marienkirche .

War es beim ersten Konzert der jugendliche Organist und Jugendpreisträger Ivo Schwinn aus Königsberg, der der Königin der Instrumente die Töne entlockte, so war es diesmal Stefan Palm , Professor für Orgel und Rektor der Hochschule für Kirchenmusik der Diözese Rottenburg-Stuttgart , der die Besucher des Konzertes mit seinem Können faszinierte. Mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit, aber im richtigen Augenblick mit vehementer Festigkeit ließ er die Pfeifen der Orgel bei seinen Vorträgen ertönen und füllte das große Gotteshaus mit einer oft überwältigenden Klangfülle.

Alles passte zusammen

Die Zuhörer konnten erleben, welche Höhen und Tiefen und welche Klangvielfalt in der Königin der Instrumente steckt. Organist , Orgel und die Akustik der Marienkirche vereinten sich zu einem großen musikalischen Klangerlebnis.

Prof . Stefan Palm , der schon mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet wurde, dokumentierte an diesem Abend sein großes künstlerisches Schaffen mit den unterschiedlichen von ihm gespielten Kompositionen. So spielte er – nach der Choralbearbeitung „Komm, heiliger Geist“ von J. S. Bach und dessen Fantasie und Fuge BWV 542 – von Jan Pieterszoon Sweelinck (1562-1621) zu dessen 400. Todestag die Echofantasie. In dieser ließ Stefan Palm die Orgel mit den unterschiedlichen Echovariationen eindrucksvoll ertönen. Von Wolfgang Amadeus Mozart erklang das bekannte Andante in F-Dur KV 594. Mit der Sonate d-Moll op. 65 Nr. 6 von Felix Mendelssohn Bartholdy beendete Prof . Stefan Palm den offiziellen Teil des Konzertes. Lang anhaltender Beifall des Publikums war der Dank für ein Ausnahmekonzert, das den Zuhörern noch lange in Erinnerung bleiben wird. Prof . Stefan Palm bedankte sich für den Applaus seinerseits mit einer Zugabe.