Eckehard Kiesewtter

Kreis Haßberge — Was seinen Stromverbrauch anbelangt, verweist das Landratsamt auf Investitionen vergangener Jahre in Verwaltungs- und Schulgebäuden. „Durch die Umrüstung auf LED-Technik, den Einsatz neuer Heizungsanlagen und Gebäudedämmung konnte eine grundlegende und nachhaltige Senkung des Energiebedarfes erreicht werden“, heißt es. Der Landkreis ist am Windpark Sailershäuser Wald beteiligt und kann durch eigene PV-Anlagen und Blockheizkraftwerke 90 Prozent seines Strombedarfs decken.

Kosten für die Straßenbeleuchtung fallen beim Kreis nicht an, dafür sind jeweils die Gemeinden zuständig, die bisher zum Teil auch öffentliche Gebäude illuminierten. Viele dieser Lampen wurden in jüngster Zeit ausgeschaltet. „Regelmäßig beschränkt sich die Außenbeleuchtung auf das Maß, das für die Verkehrs- oder Gebäudesicherheit notwendig ist“, versichern die Verwaltungen.

Vorbereitungen getroffen

Die Stadt Haßfurt trifft der Energie-Engpass „nicht ganz unvorbereitet“, verlautet aus dem Büro von Bürgermeister Günther Werner . Man habe Vorkehrungen getroffen. Rund 600 Lampen wurden in der Kreisstadt energiesparend ausgetauscht, jetzt teste man die Reduzierung von Einschaltzeiten. Allein durch Umrüsten des Foyers und der beiden Säle der Stadthalle auf LED ließen sich den Angaben zufolge 12.500 Kw/h pro Jahr einsparen. Den Beginn der Eisaufbereitung in der Eishalle hat man zeitlich verschoben.

Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann verweist auf die Senkung des städtischen Energieverbrauchs um 64,2 Prozent durch Wechsel auf LED bei den Straßenlaternen. „Umgerechnet haben wir so den Strom für rund 90 Haushalte eingespart“, sagt er. Pfarrkirche und Grauturm werden abends per LED angestrahlt, die Beleuchtung des Rathauses bleibt aus. Hauptstromverbraucher in der Stadt ist laut Hennemann die Kläranlage. Dort sollen geplante Maßnahmen (Photovoltaik auf dem Betriebsgebäude, neue Kompressoren, Austausch von Pumpen) vorgezogen werden.

Laut Bürgermeister Karl-Heinz Kandler konnte die Gemeinde Kirchlauter im Jahr 2021 durch die Umstellung auf LED-Lampen 12.000 Euro einsparen. Seine Kollegen Hubert Endres in Bundorf und Martin Horn in Ebelsbach lassen die Einsparpotenziale für ihre Gemeinden gerade ermitteln. Die Illumination von Schloss Gleisenau habe man schon vor Jahren eingestellt, erklärt Horn, „wegen der Lichtverschmutzung“.

Eltmann hat laut Sebastian Schilling in der Stadt und den Stadtteilen die Straßenbeleuchtung komplett auf LED umgerüstet. Die nächtliche Beleuchtung von Rathaus, Ritz, Kirche und Wallburg wurde abgestellt.

Sparen in kleinen Schritten

In Gädheim will sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am 12. September mit konkreten Maßnahmen befassen. Über Abschaltungen, das Dimmen von Lampen und zurückgefahrene Temperaturen in gemeindlichen Gebäuden denkt man auch in Theres nach. Der Sportbetrieb in der Turnhalle in Obertheres wird über Weihnachten für drei Wochen ausgesetzt, und für Wonfurt sind die Beleuchtung der Kirche und der Betrieb der Dorfbrunnen in der Diskussion, berichtet Verwaltungsmann Markus Hahn.

„Keine speziellen Maßnahmen“ plant Ruth Frank in Breitbrunn. LED-Straßenlampen hat man schon, eine Illumination von Gebäuden wird – abgesehen von den vorgeschriebenen Feuerwehrhäusern – in der Gemeinde nicht praktiziert. An der Sicherheit werde man nicht weiter sparen. Aber „natürlich werden wir versuchen, wie jeder private Haushalt die eigenen Energieverbräuche unserer kommunalen Liegenschaften zu reduzieren“, versichert Frank.