Zum zweiten Mal musste der Pfingstdienstag in Königsberg in diesem Jahr anders ablaufen als normal. Heuer war er kein besonderer Königsberger Feiertag . Es musste von den Männern kein Gewehr oder Spazierstock mit einem Blumensträußchen geschmückt, nicht die schwarz-rot-golden gestreifte Krawatte aus dem Schrank geholt und der dunkle Sakko angezogen werden. Auch der Häckerhut wurde nicht gebraucht.

Alles andere musste unterbleiben

Alle Ereignisse wie das Antreten der marschierfähigen Männer auf dem Marktplatz , die unter die Haut gehende Totenehrung sowie der Zug durch die Altstadt mit dem anschließenden Vorbeimarsch an Hauptmann Manfred Barfuß im Stechschritt auf dem Bleichdamm mussten unterbleiben. Am Schießstand der Bürgerwehr konnte kein Schützenkönig ermittelt werden. Der Abend konnte nicht mit dem Einholen der alten Bürgerwehrfahne und dem Ausklang des Festes durch die Bewirtung der „Löffelgarde“ abgeschlossen werden. Nur eine der alten Traditionen konnte an diesem Tag gepflegt werden: der Weckruf der Bürgerwehr früh am Morgen um 7 Uhr mit drei Böllerschüssen vom Schlossberg aus. Dazu hatten sich die Kanoniere der Wehr und Bürgerwehrhauptmann Manfred Barfuß dort eingefunden, um mit dem Kanonendonner zu zeigen, dass es die Königsberger Bürgerwehr noch gibt und dass sie sich durch die Corona-Pandemie nicht in ihrer Existenz gefährdet sieht. Sie lebt weiter und wird im nächsten Jahr ihren Festtag mit all seinen Traditionsereignissen hoffentlich unter normalen Voraussetzungen wieder begehen können.