Eckehard Kiesewetter

Kreis Haßberge —  Am Freitag lag die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis erstmals seit Wochen unter 100 (Stand: 7. Mai, 0 Uhr: 98,4). Sollte sich der Trend fortsetzen und die Ansteckungswerte so niedrig bleiben, dann könnte noch vor den Pfingstferien zumindest für einige Tage wieder Wechselunterricht an den weiterführenden Schulen möglich sein. An den Grundschulen läuft ab Montag bereits wieder Präsenzunterricht, wenn die Mindestabstände nicht eingehalten werden können, alternativ Wechselunterricht.

Beide Gymnasien im Landkreis bereiten sich – neben den Abiturvorkehrungen – auch darauf vor. Maria Eirich begrüßt diese Aussicht, werde den Kindern und Jugendlichen beim Homeschooling doch sehr viel abverlangt. Sich über längere Zeit derart zu disziplinieren, sei für viele emotional schwierig. Daher hält sie es für „unglaublich wichtig“, möglichst rasch wieder Wechselunterricht anzubieten und damit in die Klassengemeinschaften zurückzukehren. Doch auch dies sei mit einer neuerlichen organisatorischen Herausforderungen verbunden.

Rasch noch eine Schulaufgabe?

„Das wird sportlich“, unterstreicht ihr Kollege Martin Pöhner, dem zugleich ein anderes Problem schwant: Vor Ostern hatte das Kultusministerium nämlich mitgeteilt, dass in jedem Kernfach vor den Pfingstferien noch eine Schulaufgabe zu schreiben sei. Müssen also in den wenigen verbleibenden Schultagen Leistungsnachweise erhoben werden? Pöhner hofft, dass das Ministerium die geforderte Zahl nochmals reduziert, denn alles andere wäre „sehr schwer planbar“.

Claudia Schmidt, als Leiterin des Schulamts Haßfurt neben den Grund- auch für die Mittelschulen zuständig, hielte dies für denkbar ungünstig. Sie vertraut auf das pädagogische Geschick der Pädagogen . Es gehe darum, die Schüler mitzunehmen statt sie zu verstören.

Wichtige Sozialkontakte

Sie beklagt die zunehmend gespaltene Gesellschaft und will die besten Möglichkeiten für Bildung bieten. So rasch es die Corona-Beschränkungen zulassen, solle Lernen wieder normal geregelt sein. An manchen Schulen laufe der Distanzunterricht „genial gut“, in anderen sei die Situation „eher angespannt“ und die Familien könne man nicht „auf Teufel komm raus strapazieren“. Digitales Lernen jedenfalls kann den sozialen Kontakt laut Claudia Schmidt auf Dauer nicht ersetzen. Der sei „gewinnbringend für alle“.

Bei der Entscheidung über die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts für wenige Tage vor den Ferien müsse beispielsweise auch der Busverkehr kurzfristig wieder organisiert werden. Ganz aus dem Stegreif geht’s also nicht.