Als ein 18-Jähriger im März dieses Jahres die Betonmauer einer Unterführung in Zeil mit Grafitti verunstaltete, war er sich keiner Schuld bewusst. Er grüßte sogar die Zeugen , die ihn später bei der Polizei verrieten. Dass er etwas Unrechtes getan hatte, merkte er erst, als eine Polizeistreife ihm einen Besuch abstattete und er einen Strafbefehl wegen Sachbeschädigung über 150 Euro erhielt.

Weil er den ignorierte und das Geld nicht zahlte, wurde er von Jugendrichter Martin Kober ans Amtsgericht vorgeladen, wo er sich am Montag verantworten musste. Als „dumm“ und „Blödsinn“ bezeichnete er dort seine Tat. Er habe damals auf einen Kumpel gewartet, mit dem er „abhängen“ wollte. Aus Langeweile habe er dann den Autolack ausprobiert, mit dem er seinen Roller lackieren wollte. „Es war eh schon alles zugesprayt“ und es sei sowieso keinem aufgefallen, argumentierte der Jugendliche vor Gericht.

„Daheim im Wohnzimmer fällt’s auch niemandem auf“, erwiderte Kober lakonisch. Die Lackdosen nahm die Polizei dem Graffiti-Künstler ab. Den Strafbefehl habe er nicht bezahlt, da das Geld damals knapp gewesen sei, sagte der Auszubildende. Die Staatsanwältin forderte eine Geldauflage in Höhe von 350 Euro. Der Vorsitzende beließ es bei den ursprünglich verhängten 150 Euro, zahlbar an den Kreisjugendring.

Als Verurteilter muss der Angeklagte auch die Kosten des Verfahrens zahlen. „Es ist Quatsch, etwas nur zu machen, weil es andere auch machen“, ermahnte Kober den jungen Mann und riet ihm, den Betrag zu überweisen, um nicht in der JVA Würzburg zu landen.