In Zeiten mobiler Wetterdaten auf dem Smartphone haben Frösche auf Leitern ausgedient. Das geht ganz anders. „Wir waren viel im Distanzunterricht, deswegen war es mir zu Hause etwas langweilig, und ich bin auf die Idee gekommen, eine Wetterstation zu bauen“, begründet Fabian Schmitt, wie es zu seiner Tüftelei in der jüngsten Vergangenheit kam. Er hat eine Wetterstation entwickelt. Diese soll über die Elemente Temperatur, Luftfeuchte, Luftdruck und Windgeschwindigkeit Auskunft geben, indem diese auf einem 1.8“ TFT-Display abgelesen werden können. Doch wie werden Wetterdaten gemessen?

Der im Internet erhältliche Multisensor BME280 ist in der Lage, die physikalischen Größen Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchte bereitzustellen. Ein Windrad gibt bei Drehung die notwendigen Impulse zur Verarbeitung der Windgeschwindigkeit. Diese physikalischen Größen werden von dem Entwicklungsboard Arduino UNO eingelesen, verarbeitet und letztendlich wieder über das TFT-Display ausgegeben.

Die notwendigen Bauteile für seine Wetterstation erhielt Fabian von seinem Lehrer an der berufsqualifizierenden Berufsfachschule, Kurt Helbig , und verkabelte sie zu einer Schaltung. Die Kenntnisse zum Programmieren des Arduino, Herzstück der Wetterstation, erlernte der angehende IT-Experte in dem Unterrichtsfach Anwendungsprogrammierung während des Schuljahres.

Mit Hilfe der quelloffenen Arduino-Software schrieb Fabian nun den Sketch, das Programm, das die Wetterstation zum Laufen bringt. Fertig programmierte Bibliotheken aus dem großen Pool der Online-Arduino-Community erleichterten es ihm, die Sensoren mit den richtigen Befehlen auszulesen. Der größte Aufwand war die Programmierung des Designs der TFT-Anzeige.

Der Sketch wurde auf dem Arduino hochgeladen und die Testphase begann. Wie Fabian die Funktion seiner Wetterstation getestet hat, zeigt er in einem Video, das in Kürze auf der Homepage www.bs-hassfurt.de zu finden ist und angeschaut werden kann. Die Wetterstation, die auf dem nur zehn Zentimeter kleinen Entwicklungsboard entstanden ist, funktionierte reibungslos.

„Es wäre cool, wenn unsere Daten auch noch auf dem Handy angezeigt werden würden“, dachte sich Fabian. Der „Raspberry Pi“, ein Mini-Computer, ist mit der notwendigen Performance ausgestattet, die gemessenen Wetterdaten auch im Internet anzuzeigen oder in einer Cloud zu speichern. Dieser Einplatinen-Computer wird dann mit dem Arduino UNO verbunden und die Daten können dann ausgetauscht werden.

Leider fehlte Fabian wegen der anstehenden Abschlussprüfungen die notwendige Zeit, dies zu realisieren. Deshalb überlässt Fabian die Weiterentwicklung seiner Wetterstation den Klassenkameraden am beruflichen Schulzentrum Haßfurt , die im kommenden Schuljahr die Abschlussklasse besuchen werden.

Die berufsqualifizierende Berufsfachschule bildet Schülerinnen und Schülern mit mittlerem Bildungsabschluss in einem zweijährigen Bildungsgang zu „Staatlich geprüften Technischen Assistenten für Informatik“ aus. Diese analysieren PC-spezifische Anwendungsprogramme, entwickeln Programme, lernen den Umgang mit verschiedenen Betriebssystemen , richten Computernetzwerke ein und erarbeiten Lösungen für die Steuerungs- und Prozesstechnik. Grundlage hierfür sind analytische und flexible Fertigkeiten im Umgang mit Hard- und Software .

Der Vorteil dieser Berufsausbildung zahlt sich einer Pressemitteilung zufolge später auch dadurch aus, dass bei einer anschließenden dualen Ausbildung zum Fachinformatiker die Ausbildungszeit verkürzt werden kann. red