Drei Jahre lang erlernten sie den Beruf des Straßenwärters bei den Kreisbauhöfen in Haßfurt und Ebern. Trotz aller Corona-Einschränkungen schafften Henri Nicklaus aus Löffelsterz (Landkreis Schweinfurt) und Philipp Steppert aus dem Untermerzbacher Gemeindeteil Gereuth sehr überdurchschnittliche Leistungen sowohl in der Praxis und im Unterricht als auch bei der Abschlussprüfung. Im Kreisbauhof Haßfurt überreichte Landrat Wilhelm Schneider vor kurzem die Gesellenbriefe an die beiden Straßenwärter, die auch in ein befristetes Arbeitsverhältnis übernommen wurden.

Henri Nicklaus ist sogar der Beste aller Prüflinge. Unter den insgesamt 85 Teilnehmern belegte der 18-Jährige Platz 1. Bereits in den letzten beiden Schuljahren glänzte der junge Mann mit einem Notendurchschnitt von 1,14.

Philipp Steppert steht dem in fast nichts nach. Auch der 20-Jährige beeindruckte im Berufsschulzeugnis 2018/19 mit einem Durchschnitt von 1,29. Beide erhielten bereits im März eine Auszeichnung der Georg-Eydel-Handwerkerstiftung für ihre sehr guten Leistungen und zusätzlich eine Zuwendung von jeweils 1000 Euro.

Der Schulunterricht fand im Berufsbildungszentrum Josef-Geising-Schule in Würzburg statt. Zusätzlich wurden sie als Auszubildende überbetrieblich in Gerolzhofen und Würzburg geschult. Das Staatliche Bauamt Schweinfurt unterhält in Gerolzhofen eine Ausbildungsstätte, in der die zukünftigen Straßenwärter von Staat, Autobahn und Kommunen unterrichtet werden.

Anspruchsvoller Beruf

Ausbildungsleiter Frank Schmitt gab einen Überblick über das weitreichende Tätigkeitsfeld in dem Beruf. So werde den Auszubildenden in den Bereichen Beton-, Holz-, Metall- und Steinbau Wissen und Praxis vermittelt.

Und dann verriet Dr. Michael Fuchs , der Leiter des Staatlichen Bauamtes Schweinfurt, dass im kommenden Jahr ein Umbau der Räumlichkeiten in Gerolzhofen erfolgen und dann ein überbetriebliches Ausbildungszentrum für ganz Bayern entstehen soll.

Dass es sich entgegen einer landläufigen Meinung bei dem Straßenwärter um einen sehr anspruchsvollen Beruf handelt, hob Alfons Schanz, der Leiter der Tiefbauverwaltung im Landkreis Haßberge, hervor. Mit den Tätigkeitsfeldern Verkehrssicherheit, Tiefbau, Kanalbau , Pflasterer und einigen mehr stünde bei guten Leistungen auch einem beruflichen Aufstieg zum Beispiel als Vorarbeiter oder Kolonnenführer nichts im Wege. Ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung ist auch der Erwerb der Fahrerlaubnis der Klasse CE. Diese ist notwendig, um die schweren Arbeitsmaschinen und Lastkraftwagen auch mit einem Gesamtgewicht über 7,5 Tonnen führen zu dürfen.

Ihre Glückwünsche an Henri Nicklaus und Philipp Steppert überbrachten auch Straßenmeister Otto Stark, die Ausbildungsleiterin am Landratsamt, Angelika Berthold, und die Personalratsvorsitzende Heike Firsching.