Mit reichlich Alkohol in der Blutbahn haben ein 20-Jähriger und sein Trinkkumpan im September vergangenen Jahres von einem Einkaufsmarkt im Gewerbegebiet Godelstadt in Haßfurt Steine und Flaschen auf Autos geworfen, die auf dem Parkplatz eines angrenzenden Autohändlers geparkt waren. Dabei wurden mehrere Fahrzeuge demoliert. Es entstand ein Sachschaden von über 20 000 Euro.

Am Montag hat das Jugendgericht am Amtsgericht Haßfurt den 20-jährigen Arbeiter aus dem Maintal wegen Sachbeschädigung in acht Fällen zu einem Freizeitarrest verurteilt, bei dem er von Samstagmorgen bis Sonntagabend im Jugendgefängnis in Würzburg Gefängnisluft schnuppern wird. Auf der Anklagebank gab der 20-Jährige die Tat zu.

Sie sei „völlig sinnlos“ gewesen, räumte der Angeklagte ein. Er und sein Kumpel würden für den Schaden geradestehen. Jeder werde rund 10 000 Euro zahlen, kündigte er an.

Weitere Kosten drohen

Dabei werde es wohl nicht bleiben, klärte ihn der Richter auf. Zu dem Sachschaden kämen noch Anwaltsgebühren, Nutzungsausfall und weitere Kosten, erklärte Martin Kober.

Wegen zweier kleinerer Drogendelikte kam der Angeklagte bereits mit dem Gesetz in Konflikt. Der Jugendgerichtshelfer Franz Heinrich bescheinigte ihm dennoch einen stringenten Lebenslauf. Er habe seit Anfang dieses Jahres eine Festanstellung und spiele im Verein Fußball.

Die Tat bezeichnete Heinrich als jugendtypisch und empfahl daher eine Verurteilung nach Jugendrecht. Eine Geldauflage sei wegen des hohen Schadens, den der Angeklagte wiedergutmachen muss, nicht angebracht.

Der Staatsanwalt forderte daher einen Freizeitarrest, den auch Richter Martin Kober verhängte. Der Angeklagte habe „nicht allzu wenig getrunken. Sonst ist die Tat nicht erklärbar“, urteilte der Richter. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.