Christian Licha

Einen weiteren Schritt in der Planung von Freifeld-Photovoltaikanlagen in der Nähe der Maintalautobahn (A 70) ist die Gemeinde Sand gegangen. In der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend wurden ein vorhabenbezogener Bebauungsplan und ein Kostenübernahmevertrag mit der Gesellschaft für erneuerbare Technologien (GUT) mit jeweils drei Gegenstimmen beschlossen.

Das Ziel der Planung ist die Einrichtung eines Solarparks an der Zeller Straße nördlich der Autobahn, um eine nachhaltige Energieversorgung aufzubauen und in der Region zu sichern. Die GUT Haßberge mbH, hinter der der Landkreis und die Kommunen im Landkreis stehen, verpflichtet sich als Vorhabensträger zur vollen Übernahme von Kosten, die im Zuge des Bauleitplanverfahrens anfallen. Zudem verpflichtet sich der Vorhabenträger zur Übernahme sämtlicher Kosten für Erschließung, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die sich aus dem Bebauungsplan ergeben.

Der Gemeinderat hat in seinen vergangenen Sitzungen die Thematik bereits ausführlich beraten und grundlegende Beschlüsse gefasst. Außerdem wurde die Bürgerschaft im Rahmen einer Online-Konferenz über das Vorhaben informiert.

Dem Bürgermeister und den Mitgliedern des Gemeinderates sind zwei Schreiben zugegangen. Die Vorstandschaft des Bayerischen Bauernverbands , Ortsverband Sand, sowie einige Sander Bürger äußerten ihre Bedenken. Die Verantwortlichen des Sander Bauernverbandes stellen die Photovoltaikanlage nicht grundsätzlich infrage. Kritisch gesehen wird jedoch die Frage der Wertschöpfung. Außerdem wird eine direkte Nutzung der Energie durch ortsansässige Unternehmen erwartet. Zudem wird die Frage aufgeworfen, wie die heimische Landwirtschaft dabei nachhaltig unterstützt wird.

In der Sitzung sprach sich Gemeinderat Mark Werner unter anderem wegen des nach seiner Ansicht zu großen Eingriffs in das Landschaftsbild gegen die Planungen aus. Der Gemeinderat Paul Hümmer vertrat hingegen die Auffassung, dass es im Sinne des Klimawandels "eine gute Geschichte" sei. Bürgermeister Bernhard Ruß ( SPD ) verlas weitere Stellungnahmen, in denen es unter anderem hieß, dass durch die Photovoltaikanlage neue Einkommensquellen für die Landwirte geschaffen werden. Auch die Biodiversität werde erhöht und das Vorhaben sei gut für das Niederwild.

Im Geltungsbereich sind die Grundstücke enthalten, für die ein Nutzungsvertrag mit der GUT besteht, sowie die Fläche eines privaten Betreibers. Die Fläche der Bauschuttdeponie wurde vorerst herausgelassen, da der Eigentümer noch Klärungsbedarf hat und die Fläche selbst entwickeln möchte. Es bestünde die Möglichkeit, hieß es, zu einem späteren Zeitpunkt ein weiteres vorhabenbezogenes Bebauungsplanverfahren für diese Fläche zu starten. cl