Mit den "Zisterzienser-Radrunden" soll ein Projekt entstehen, das mit zwei ausgeschilderten Radwegen durch die Kulturlandschaften des ehemaligen Zisterzienserklosters Ebrach die Landkreise Bamberg, Haßberge und Schweinfurt miteinander verbindet. Unter anderem führt der Weg vorbei an den ringförmig angelegten ehemaligen Wirtschaftshöfen Waldschwinder Hof und Klebheimer Hof und den Amtsschlössern Burgwindheim, Koppenwind und Oberschwap-pach. Im historischen Schloss Koppenwind wurde dieser Tage ein Förderbescheid übergeben, mit dem das Vorhaben unterstützt wird.

Die Ile-Managerin Ulla Schmidt von der "Lebensregion plus" hat die Federführung des Leader-Projekts, bei dem die Ile Burgwindheim/Ebrach Partner ist. Beteiligt an dem Kooperationsprojekt sind die Landkreise Haßberge, Bamberg und Schweinfurt sowie die Gemeinden Knetzgau und Rauhenebrach und die Märkte Burgwindheim und Ebrach. Als Projektträger fungiert die Gemeinde Rauhenebrach. (Übrigens: Ile bedeutet Integrierte ländliche Entwicklung, und Leader sagt aus, dass europäische Fördergelder fließen.)

Stellvertretend für den verhinderten Leader-Koordinator Wolfgang Fuchs übergab dessen Mitarbeiterin Karin Müller den Förderbescheid in Höhe von 62 912 Euro an Rauhenebrachs Bürgermeister Matthias Bäuerlein/FW. Diese finanzielle Unterstützung ist unter anderem für Werbemaßnahmen, die Beschilderung und für Informationstafeln an den Radwegen vorgesehen, die dreisprachig beschriftet werden. Außerdem werden an einigen Standorten überdachte Rastplätze mit Sitzgelegenheiten entstehen. Fahrradständer erlauben das Abstellen der Räder, und Servicestationen ermöglichen einfache Instandsetzungsarbeiten.

Müller bescheinigte der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Haßberge eine Top-Organisation, die den weiteren Verwaltungsaufwand minimiere.

Grußworte sprachen neben den anwesenden Bürgermeistern auch die stellvertretende Landrätin Christine Bender (Schweinfurt) und Landrat Johann Kalb (Bamberg), der spontan am Klavier die Feierstunde mit der Europahymne musikalisch umrahmte.

"Auf den Radwegen kann der Einfluss der Zisterzienser erlebt werden, der unsere Kulturlandschaft in besonderem Maß prägte", sagte Haßberge-Landrat Wilhelm Schneider , der auch LAG-Vorsitzender ist. Zudem werden Gebäude und Bauwerke aus der Zisterzienserzeit durch die Radwege miteinander verbunden und in Wert gesetzt. An ausgewählten Standorten sollen Informationstafeln das Wirken der Zisterzienser näher beleuchten.

Aber natürlich hat das Projekt nicht nur einen kulturhistorischen Aspekt, sondern auch einen touristischen Wert. Durch die neu ausgewiesenen Radrunden werden neue Angebote im Freizeitbereich geschaffen. "Dies kommt sowohl unseren Bürgerinnen und Bürgern zugute, die jetzt den Anreiz für einen Urlaub vor der Haustüre haben, als auch Touristen aus anderen Regionen", sagte Schneider weiter.

Das Schloss Koppenwind , das die Eigentümerfamilie Olia und Peter Berthold für die Förderbescheidsübergabe zur Verfügung stellte und in dem für die Zukunft weitere Events geplant sind, liegt ebenfalls an einem der Radwege. Das Kloster Ebrach hatte im 17. Jahrhundert mit dem Dorf Koppenwind auch das Schloss, das einst Sitz der Ritter von Rotenhan war, erworben. Dies und einiges mehr an historischen Informationen erläuterte Thomas Büttner vom Büro für Heimatkunde und Kulturlandschaftspflege in einem Vortrag in dem Rauhenebracher Dorf.

Das Projekt "Zisterzienser-Radrunden" ist Teilprojekt des transnationalen Leader-Kooperationsprojekts TNC II "Cisterscapes - Cistercian landscapes connecting Europe", dessen Ziel der Erwerb des Europäischen Kulturerbesiegels (EKS) ist. Beteiligt sind an diesem Projekt 18 europäische Klosterstätten mit ihren Kulturlandschaften .

Insbesondere durch die Vernetzung auf europäischer Ebene, die touristische Inwertsetzung der zisterziensischen Klosterlandschaften sowie die Sensibilisierung des öffentlichen Bewusstseins durch Bildung und Vermittlung sollen die Voraussetzungen für den Erwerb des Europäischen Kulturerbesiegels geschaffen werden.