Wegen Beleidigung und Trunkenheit im Verkehr stand am Dienstag ein 26-jähriger Produktionshelfer aus einer Gemeinde im Maintal vor dem Amtsgericht in Haßfurt . Nach Anklage der Staatsanwaltschaft Bamberg hat der junge Mann im Oktober 2020 in Ebelsbach eine Polizeibeamtin und ihren Kollegen mit nicht druckreifen Worten beleidigt und kurze Zeit später, als er mit seinem Fahrrad an ihnen vorbeifuhr, vor den Ordnungshütern ausgespuckt. Außerdem fuhr der Angeklagte einen Tag später stark alkoholisiert mit seinem Fahrrad , wie eine Polizeistreife feststellte, die zum Bahnhof in Ebelsbach gerufen worden war, weil dort Jugendliche Unfug treiben würden. "Wir fragten den Radfahrer, ob er etwas gesehen hätte", sagte ein Polizeibeamter als Zeuge vor Gericht. Dabei sei beim Angeklagten starker Alkoholgeruch aufgefallen. Eine Blutprobe ergab 2,08 Promille.

Zunächst eine Gedächtnislücke

An die Beleidigung wollte der Angeklagte zunächst keine Erinnerung haben, aber Fahrrad werde er wohl gefahren sein, meinte er. Zu der Fahrt sei es gekommen, nachdem er mit Kumpels Bier getrunken hatte.

"Sie sind ja nicht das erste Mal vor Gericht", sagte der Vorsitzende, Amtsgerichtsdirektor Christoph Gillot. Der Richter stellte fest, dass dem Angeklagten im Jahr 2014 die Fahrerlaubnis wegen Rauschgiftkonsums entzogen worden war. Außerdem hatte er neun Eintragungen im Bundeszentralregister , unter anderem wegen Diebstahls , Hausfriedensbruchs, Beleidigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

Nach eingehender Belehrung durch den Vorsitzenden gestand der Angeklagte dann doch noch, dass er die Polizisten beleidigt habe, auch mit den nicht druckreifen Worten. In Absprache mit dem Vertreter der Staatsanwaltschaft stellte der Richter die zweite Beleidigung , das Ausspucken vor der Polizei , ein.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft erklärte, dass der Angeklagte nur ein kurzes Stück mit dem Fahrrad gefahren sei. Aber die 2,08 Promille seien schon heftig. Auch habe er die Straftaten an zwei Tagen begangen, und das relativ kurz, nachdem eine Bewährungszeit abgelaufen war. Das sei eine hohe Rückfallgeschwindigkeit. Er beantragte eine Gesamtstrafe von vier Monaten, die auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden könne, und als Auflage eine Geldzahlung an eine gemeinnützige Einrichtung.

Richter Gillot verurteilte den Mann zu vier Monaten Gefängnis mit einer Bewährungszeit von drei Jahren. Das Gericht stellte dem Verurteilten einen Bewährungshelfer für zwei Jahre zur Seite und erlegte ihm auf, einen Geldbetrag von 600 Euro in Raten an das Diakonische Werk zu zahlen. Außerdem muss er sich einer Suchtberatung unterziehen. Der 26-Jährige, der ohne Verteidiger gekommen war, nahm das Urteil an.