Seit dem 1. März kann in der Chirurgie- und Orthopädie-Praxis des Medizinischen Versorgungszentrums Haßfurt (MVZ) die Knochendichte mit einem Gerät, das dreidimensionale Bilder liefert, gemessen werden. Es soll die Basis für den Aufbau eines Netzwerks zur frühzeitigen Erkennung und Behandlung der Volkskrankheit Osteoporose bilden, wie das Kommunalunternehmen Haßberg-Kliniken mitteilte.

"Die erste Fraktur muss die letzte sein!" Professor Dr. Erich Hartwig ist in seinem Element. Der Mediziner, der seit einigen Wochen als neuer Facharzt das Team des MVZ erweitert, betritt nach 15 Jahren als Chefarzt in einer Karlsruher Klinik mit der Arbeit in einer Praxis nicht nur selbst Neuland. Die Möglichkeit, das Spektrum des Angebots im Bereich Orthopädie zu erweitern, stellt für den erfahrenen Arzt auch eine sehr reizvolle Aufgabe dar.

Erich Hartwig möchte im Landkreis ein Netzwerk zur frühzeitigen Erkennung und Therapie von Osteoporose aufbauen, in dem sich Ärzte aus dem MVZ, Endokrinologen und Hausärzte gemeinsam um Betroffene kümmern und sie behandeln. Viele Patienten leiden an zum Teil erheblichen Begleiterkrankungen, die einen ganzheitlichen Behandlungsansatz unumgänglich macht.

"Die gemeinsame Behandlung in einem Team, das die Gesamtsituation der Patienten in den Mittelpunkt rückt, führt zu wesentlich besseren Ergebnissen", weiß Hartwig und verweist darauf, dass dieser Ansatz auch im Alterstrauma-Zentrum der Haßberg-Kliniken hervorragend funktioniert.

Der Mangel an Knochendichte hat sich mehr und mehr zu einer Volkskrankheit entwickelt. "Nahezu acht Millionen Menschen in Deutschland sind von Osteoporose betroffen", erklärt Erich Hartwig. Die Tendenz sei, da die Bevölkerung zunehmend älter wird, eher steigend. "Leider bleibt die Krankheit noch zu oft unerkannt und wird zu spät oder unzureichend behandelt."

Genau hier möchten der Facharzt und das Team des MVZ ansetzen. "Unterstützung" bekommen sie dabei von einem neuen hochmodernen Gerät, mit dessen Hilfe seit 1. März in der Haßfurter Chirurgie-Praxis des MVZ im Ärztehaus II die Knochendichte gemessen wird. Es ersetzt das bisherige Knochendichte-Messgerät, welches bisher im MVZ Ebern betrieben wurde. Das neue Hightech-Gerät bietet erstmals in der Region die Möglichkeit, Knochen, die von einer Fraktur bedroht sind, dreidimensional darzustellen. "Dadurch kann eine Osteoporose deutlich besser erkannt werden", berichtet Dr. Olaf Anders, Leitender Arzt der MVZ-Praxen für Chirurgie und Orthopädie in Haßfurt , Eltmann und Hofheim. Generell sollte bei Frauen ab 60 und bei Männern ab 70 Jahren regelmäßig die Knochendichte untersucht werden. Liegen Erkrankungen wie Rheuma , Diabetes oder Faktoren wie Mangel an Vitamin D, Immobilität oder Rauchen vor, die den Knochenabbau beschleunigen, sollte die Untersuchung deutlich früher erfolgen.

"Die Ergebnisse, die uns das neue Gerät liefert, bilden die Basis für die Therapie", erläutert Erich Hartwig. red