Christiane Reuther

„Arbeit, Arbeit und noch mal Arbeit“, so umschreibt Ernestine Pötzl ihren Jungbrunnen. Sicherlich ist die langjährige Arbeit, sei es im Haus oder im Garten, auch das Erfolgsrezept für ein langes Leben. Am Donnerstag blickte die Jubilarin an ihrem 95. Geburtstag im Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Knetzgau mit Stolz auf ihr Lebenswerk zurück.

Ernestine Pötzl, geborene Kisslinger, ist im Böhmerwald geboren und aufgewachsen. In Marienbad war sie als Jugendliche in einer Apotheke in Stellung, wo sie sich vor allem um den Haushalt und die Kinder kümmerte. In der Kriegszeit flüchtete sie mit ihren Familienangehörigen von Tschechien aus zunächst in die russische Besatzungszone Deutschlands und dann weiter in den westlichen Teil.

Hier fand sie im Auffanglager in Ebelsbach zunächst eine vorübergehende Unterkunft. Eine erste eigene Wohnung bezog Ernestine Pötzl in Sand am Main, wo sie den Korbmachern zur Hand ging, indem sie Weiden schälte.

Danach zog die Jubilarin für kurze Zeit ins Baden-Württembergische, wo sie eine Beschäftigung in der Heimarbeit fand. Doch schon bald zog es Ernestine Pötzl zurück nach Unterfranken, und zwar nach Limbach, dem heutigen Eltmanner Stadtteil. Von dort aus pendelte die damals alleinerziehende Mutter 20 Jahre lang nach Bamberg, wo sie bei der Firma Bosch bis zum Eintritt ins Rentenalter im Schichtdienst arbeitete. Da sie zu dieser Zeit die Wohnung im Kindergarten von Limbach bewohnte, kümmerte sie sich als Hausmeisterin noch bis weit nach dem Renteneintritt um die Reinigung der Kindergartenräume.

Bevor die Jubilarin vor zwei Jahren ins Seniorenwohnheim nach Knetzgau zog, wohnte sie mit der Familie ihres Sohnes in Limbach unter einem Dach.

Zum Ehrentag gratulierten neben dem Sohn auch die Tochter mit Familie, darunter fünf Enkel- und sechs Urenkelkinder. Für die Gemeinde Knetzgau überbrachte Bürgermeister Stefan Paulus die besten Glückwünsche.