„Ich will etwas mit Menschen machen!“ Das denken sich viele junge Menschen, die kurz vor dem Schulabschluss stehen. Bei Lena Scharpf hat es etwas länger gedauert. Die 26-Jährige kommt im Herbst in das dritte und letzte Jahr der Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin. Die Praxisphasen der Ausbildung absolviert die Leuzendorferin in den Einrichtungen für Menschen mit Behinderung der Rummelsberger Diakonie in Zeil. Der soziale Träger hat in Unterfranken verschiedene Wohn- und Arbeitsangebote für Menschen mit einer geistigen Behinderung sowie das Kontaktbüro „MittenDrin“ in Haßfurt.

Ziel der Betreuung

Die 86 Bewohner und Beschäftigte werden von insgesamt 121 Mitarbeitenden unterstützt und begleitet. „Unser Ziel ist, dass die Menschen mit Behinderung ihr Leben nach ihren Vorstellungen gestalten und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können“, beschreibt die Projektleiterin Tina Scheller.

Für Lena Scharpf war der Wechsel zur Rummelsberger Diakonie genau das Richtige, wie aus einer Mittelung der Einrichtung an die Medien hervorgeht. „Die Ausbildung macht mir großen Spaß. Es gibt mir so viel, wenn die Bewohner gerne mit mir arbeiten und zufrieden sind“, erzählt die 26-Jährige.

Lena Scharpf ist eine bemerkenswerte junge Frau. Den Hauptschulabschluss hat sie am Förderzentrum in Pfaffendorf gemacht, dann eine Ausbildung zur Polster- und Dekorationsnäherin begonnen und mit dem mittleren Bildungsabschluss erfolgreich absolviert. „Mir liegt das Praktische viel mehr als die Schule“, erzählt sie.

Drei Jahre hat sie in einem Handwerksbetrieb in der Gegend gelernt und immer deutlicher gemerkt, dass ihr der Kontakt zu Menschen fehlt. Also hat sie sich nach dem Abschluss für einen beruflichen Neustart entschieden. Mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) hat sie getestet, ob die Arbeit mit Menschen mit Behinderung für sie passt. „Ich habe in Coburg an einer Schule mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung gearbeitet“, erzählt Lena Scharpf. Der Plan reifte, die einjährige Ausbildung als Heilerziehungspflegehelferin zu starten. Nach dem Abschluss hat sie die Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin begonnen.

Lena Scharpf hat ihren Weg gemacht. Eigenschaften wie Durchhaltevermögen und eine gute Selbsteinschätzung waren ihr wichtige Lotsen auf dem Weg zum beruflichen Erfolg. Denn die Lernschwierigkeiten sind geblieben. „Ich habe schon noch Probleme, viel Stoff zu begreifen und aufzunehmen“, gibt sie offen zu. Sie weiß es und sucht nach einem Weg: „Ich werde mit meiner Teamleiterin sprechen, ob die Kollegen mir vielleicht beim Lernen helfen können.“ Und sie überlegt, die Arbeitszeit auf 30 Stunden zu reduzieren. „Das Lernen klappt schon“, erklärt sie, „aber ich brauche eben ein wenig länger.“ red