Künstler und Veranstalter atmen auf: Es geht wieder los. Noch nicht völlig normal, weil es keine Auftakt-Vernissage geben wird, sondern eine Midissage im Schloss Oberschwappach am Sonntag, 11. Juli, um 15 Uhr. Die Veranstalter (Gemeinde Knetzgau, Kulturverein Museum Schloss Oberschwappach und Galerie im Saal) haben in den vergangenen Monaten alle Veranstaltungen zeitlich nach hinten geschoben in der Hoffnung, dass etwas von den vielen Voraussagen des Besserwerdens auch eintreffen möge. Letztendlich gehe es wieder um Kunst, um Bilder, um Fotografien , um Siebdrucke, um eingefärbte Fäden, um Horizonte, um Eindrücke aus einer erlebten Zeit.

Zwei Schwestern stellen aus. Linda Männel, die ältere der beiden, wartet mit einer Kombination aus Tuschezeichnung, Malerei und Anklängen von Weberei und Stickerei auf. Die Mehrdimensionalität, die dadurch auf der Fläche entsteht, öffnet ein unendlich weites Feld für neue bildnerische Eindrücke. Greifen wir eine Arbeit exemplarisch heraus. Zum Beispiel bei einer farbigen Tuschezeichnung von einer Urwaldlandschaft in Mexiko, wo Linda Männel als Artist in Residence einen Studienaufenthalt verbringen konnte. Über diese Zeichnung legen sich horizontal in exakten Parallelen eingefärbte Fäden, die die Farben der Zeichnung aufnehmen. Linda Männel hat in diesem Bild die Fäden nicht im Hintergrund vernäht, sondern lässt sie vor dem Bild bis weit auf den Boden herab hängen.

Meike Männel, die jüngere der beiden Schwestern, arbeitet in zwei unterschiedlichen künstlerischen Medien, der Fotografie und der Zeichnung beziehungsweise dem Siebdruck. Ausgestellt sind Fotografien von Pflanzen oder Landschaftssituationen. Die besondere Betonung erreicht Meike Männel mit dem Einsatz des Blitzlichtes. Sie braucht nach eigener Aussage dieses „schnelle Medium“, um Eindrücke zu sammeln, die sie in einem oder in weiteren Arbeitsgängen sortiert, ganz nach subjektiven und ästhetischen Überlegungen. Die Arbeit im Atelier, zum Beispiel die Siebdrucke gäben ihr die Möglichkeit, sich intensiv und hochkonzentriert mit ihrer Themenwahl zu beschäftigen, sagt sie. red