Keine Flüchtlinge mehr. Die Turnhalle in Hainert ist bereits wieder leer. „Warum eigentlich?“, fragen sich viele Bürger aus der Gemeinde Knetzgau . Auskunft darüber erhielten sie in einer Bürgerversammlung „open air“ auf dem Hainerter Dorfplatz.

„Die Flüchtlinge wurden innerhalb von zwei Tagen auf Wohnungen verteilt.“ Inzwischen seien über 40 Flüchtlinge aus der Ukraine in der Gemeinde untergebracht. Aber die Turnhalle werde nicht lange leer bleiben, denn im Laufe dieser Woche kämen weitere Flüchtlinge aus dem Ankenrzentrum in Hainert an, erklärte Bürgermeister Stefan Paulus den etwa 100 Teilnehmern aus dem gesamten Gemeindegebiet.

In dieser Woche werde wahrscheinlich eine weitere Zuteilung von Flüchtlingen aus der Ukraine durch das Landratsamt Haßberge an die Gemeinde Knetzgau erfolgen. Auch diese Flüchtlinge würden zuerst in der Sammelunterkunft in Hainert untergebracht, um dann so schnell wie möglich in Privatunterkünfte verteilt zu werden.

Dazu sei es nötig, dass möglichst viele Bürger der Kommune freie Kapazitäten an Wohnraum melden. Nur so könne den geflüchteten Frauen und Kindern ein längerer Aufenthalt in der Sammelunterkunft erspart werden. Um die Sammelunterkunft zu komplettieren , würden auch noch Bettgestelle, Lattenroste und Matratzen benötigt.

Möglichst normal

Für die angekommenen Flüchtlinge wird nun laut Stefan Paulus versucht, „Normalität, soweit dies überhaupt möglich ist“ zu schaffen, beispielsweise durch Kindergarten- oder Schulbesuch herzustellen. Auch Sprachkurse sollen in Kürze angeboten werden. „Wir sind dank eines dichten und engagierten Helfernetzes sehr gut aufgestellt, um weitere Flüchtlinge gut zu versorgen.“

Paulus rechnet mit einer langen Dauer des Krieges und weiter steigenden Flüchtlingszahlen , auch aus anderen Regionen der Erde, die in die Gemeinde kommen werden: Ortskräfte, die vor den Taliban fliehen müssen, oder Menschen aus Afrika, die aufgrund der zu erwartenden Hungerkatastrophen durch Ernteausfälle in der Ukraine und der Klimakrise ebenfalls fliehen werden. „Auch diese Menschen benötigen unsere Unterstützung“, mahnte Flüchtlingskoordinator Karl Weißenberger.

Der Bürgermeister dankte allen Helfern und Ehrenamtlichen, Spendern und Unterstützung für ihren großartigen Einsatz. Er bat aber auch darum, sich jetzt bei den Hilfen nicht zu verausgaben und sich auch Ruhepausen zu gönnen, „denn wir werden noch sehr lange Hilfe leisten müssen“. Als sehr tragfähig und wichtig habe sich die Bildung eines Flüchtlingsstabes erwiesen mit Karl Weißenberger als Koordinator. Vor Ort bewähre sich auch das Bündnis für Familien und Senioren, das schon 2015 einen Helferkreis Asyl ins Leben gerufen habe. „Wir können aus diesen Erfahrungen jetzt lernen“, sagte der zuständige Mitarbeiter im Rathaus, Thomas Zettelmeier.

Neue Bauplätze

Auch das neue Baugebiet wurde bei der Bürgerversammlung angesprochen. Die Ausschreibungen für die Erschließung sind abgeschlossen. Sobald die Aufträge vergeben sind, kann mit der Erschließung von neun Bauplätzen begonnen werden.

Weitere Themen der Versammlung waren die unvermeidliche Erhöhung des Trinkwasserpreises und der Hochwasserschutz am Hainerter See. Dieser wird derzeit ausgebaggert, entschlammt und dann an die Entwässerung mit größeren Rohren angeschlossen. Allerdings kann noch nicht sicher gewährleistet werden, ob der See rechtzeitig bis zum Seefest im Juni hergerichtet werden kann, so Paulus .

Nach längerer Pause wird es heuer wieder ein Gemeindemusikfest geben, das die Hainerter Blaskapelle ausgerichtet. eki