Zum vierten Mal gehen auch dieses Jahr wieder die Jobentdecker auf Tour, um Einblick in die unterschiedlichsten Berufe zu bekommen. Damit soll die Suche nach dem richtigen Beruf und einer Ausbildungsstelle den Jugendlichen erleichtert werden. Die Aktion des Regionalmanagements und der Bildungsregion Landkreis Haßberge wird durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert. Erstmals startete sie in einem ganz anderen Rahmen, nämlich in der Event-Gastronomie „Lokwerk“ am Haßfurter Bahnhof. Dort stellten sich die drei diesjährigen Jobentdecker vor und konnten erste Kontakte zu den beteiligten Firmen knüpfen.

Der 15-jährige Michael Klarmann aus Happertshausen sowie die beiden 14-Jährigen Tim Roppelt aus Oberschleichach und Pia Martin aus Kraisdorf haben sich für die Jobentdecker-Tour in den Sommerferien beworben und wurden auserwählt, mit einem Praktikum in ihre persönlichen Lieblingsberufe hineinzuschnuppern.

Michael Klarmann besucht zur Zeit den M-Zug der Mittelschule Haßfurt, interessiert sich für Informationstechnik, aber hat auch schon als Anlagenmechaniker ein durch die Schule organisiertes Praktikum gemacht.

Ebenfalls die Computertechnik als Steckenpferd hat Tim Roppelt, der sich aber auch für alle anderen Berufe offen zeigt. Besonders den Beruf des Augenoptikers findet der Realschüler ebenfalls interessant. Das einzige Mädel im Bunde hatte im vergangenen Jahr bereits etwas Einblick in das Leben eines Jobentdeckers. Damals war nämlich ihre Schwester Helena mit dabei und konnte von ihren Praktika, zum Beispiel im Marketing der Eberner Firma Marcapo, zu Hause viel berichten. Pia Martin interessiert sich eher für den sozialen Sektor, wohl auch, weil ihre Mutter in der Pflege arbeitet.

Einige Neuerungen

Organisiert wird das Jobentdecker-Projekt am Landratsamt Haßberge von Bildungskoordinatorin Katharina Eckstein, Regionalmanagerin Sonja Gerstenkorn und Kultur- und Bildungsassistentin Katja Then. Die drei jungen Frauen haben in diesem Jahr einige Neuerungen eingeführt, damit das Entdecken der Berufe weiterhin spannend bleibt und möglichst viel in die Welt der jugendlichen Ausbildungssuchenden hineingetragen wird.

Das Praktikum bei den einzelnen Betrieben im August wird um einen Tag verlängert. Hier werden die Jobentdecker zusätzlich von iTV Coburg begleitet. Dabei entstehen Filmaufnahmen die dann zu sechs Kurzclips zu den Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten in der Region zusammengeschnitten werden. Die Erstellung der Kurzclips ist Teil des Regionalmanagement-Projekts „Zukunftsperspektive Traumjob“. Zusätzlich werden aber auch die drei Teilnehmer wie gewohnt selber Videos drehen und diese zusammen mit ihren Erlebnisberichten auf dem Jobentdecker-Kanal auf Instagram und der Homepage des Landratsamtes veröffentlichen.

Neue Ausbildungsberufe

Neu bei der Berufsauswahl sind in diesem Jahr unter anderem die Bereiche Gerüstbau und Orthopädietechnik, Schornsteinfeger, Fleischer, Erzieher und Pflegefachkraft. Die Jugendlichen können sich zudem auch ein Bild der Berufsfelder Augenoptiker und Landwirt machen. Handelsfachwirt, Anlagenmechaniker , Mechatroniker und Verfahrensmechaniker für Kunststoff runden das Bild ab.

Noch größer war die Vielfalt im „Lokwerk“ mit dem Speed-Dating. Bei 30 anwesenden Unternehmen waren hier nämlich auch welche dabei, die nicht am Sommerferienprojekt teilnehmen. Immer für zehn Minuten konnten Michael Klarmann, Tim Roppelt und Pia Martin sich die Berufsfelder von den Vertretern der Firmen und Organisationen näherbringen lassen und natürlich auch ihre Fragen loswerden. Dennoch fiel es den Dreien am Ende schwer, sofort ihre Favoriten zu benennen, bei denen sie ein Praktikum machen wollen. „Darüber müsst Ihr wohl noch eine Nacht schlafen“, sagte augenzwinkernd Katharina Eckstein.

Vor dem Speed-Dating der Jobentdecker waren am Nachmittag insgesamt rund 60 Schüler der Mittelschulen Zeil/Sand und Knetzgau sowie der Auguste-Kirchner-Realschule Haßfurt und dem Regiomontanus-Gymnasium Haßfurt eingeladen, sich ebenfalls über eine mögliche Berufsausbildung zu informieren.

Die Firmenvertreter freuten sich über das rege Interesse, denn für die Betriebe ist es sehr interessant, neuen Nachwuchs zu gewinnen. „Unser Landkreis hat eine außerordentlich große berufliche Bandbreite“, sagte Landrat Wilhelm Schneider , „das eröffnet unseren Jugendlichen sicherlich ganz neue Perspektiven.“ Auch überregional sei die Aktion anerkannt und werde hoch gewürdigt. Der Landkreis Haßberge wurde im vergangenen Jahr in der Kategorie „Meine.Heimat.Arbeit&Familie“ für das Berufsorientierungsprojekt „Jobentdecker“ mit dem „Bayerischen Demografiepreis 2021“ ausgezeichnet und erhielt dafür eine Prämie von 4000 Euro.

Seit 2019 bietet das Projekt „Jobentdecker“ für Schüler sowie Studierende regelmäßig ein umfassendes Praktikumsprogramm in Zusammenarbeit mit örtlichen Betrieben. Die Teilnehmer lernen dabei jeweils vier verschiedene Berufe kennen, berichten anschließend in den sozialen Medien und bewerben somit den Arbeitsraum Haßberge.