Christiane Reuther

Nach zweijähriger Corona-Pause konnte am Wochenende der zehnte Bürgermarsch der Knetzgauer Reservistenkameradschaft wieder mit großer Resonanz durchgeführt werden. Braucht es einen Bürgermarsch in Zeiten, in denen in der Ukraine Krieg herrscht? „Klar, der Krieg ist schlimm“, da herrschte Einigkeit bei den zahlreichen Teilnehmern. Aber: „Der Bürgermarsch gehört einfach dazu und ist für die Knetzgauer Pflicht“, äußerte sich Silke Stiller, die keinen Zusammenhang zum Kriegsgeschehen in Europa sehe. Ihre Familie plane den Urlaub sogar so, dass sie am Bürgermarsch teilnehmen könne. Der Bürgermarsch fördere die Gemeinschaft und den Austausch, sagen Teilnehmer. Und: „Ich lerne viel dazu“, sagten andere.

„Der Bürgermarsch ist eine zivilmilitärische Zusammenarbeit“, äußerte sich Thomas Wittig, Vorstandsmitglied der Reservistenkameradschaft. Dabei setze sich man auch mit dem Katastrophenschutz auseinander.

Es begann mit einem Biwak

Der Spaß und die willkommene Abwechslung in den Ferien stünden im Vordergrund, sagte Wittig und ging auf den Entstehungshintergrund des Bürgermarsches ein. So gab es in früheren Jahren in den Ferien für die Familien der Reservisten ein Kinderbiwak im Pfeufersgarten in der Knetzgauer Flur. Dieses Zeltlager wurde dann wegen Waldbrandgefahr auf den Platz hinter dem Schützen- und Reservistenheim an der Haßfurter Straße verlegt. Nach immer größer werdender Resonanz hatten die Verantwortlichen vor zwölf Jahren dann die Idee geboren, der Öffentlichkeit einen Bürgermarsch anzubieten. „Die Kinder waren von Anfang an dabei“, bekräftigte Wittig, dem Folgendes wichtig war: „Durch den Bürgermarsch soll nicht der Dienst an der Waffe vermittelt werden.“ Vielmehr stehe im Fokus: „Herausforderungen annehmen und diese gemeinsam bewältigen.“

Mit der Reservistenkameradschaft arbeiteten bei diesem Event das Rote Kreuz , die Wasserwacht und die Feuerwehr mit. Bei allen Stationen war Teamarbeit gefordert. Die 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren in 44 Mannschaften mit teils äußerst fantasievollen Namen aufgeteilt. Es waren sechs Frauen und elf Kinder dabei, zivile Gruppen und auch zwei militärische. Start und Ziel war das Schützen- und Reservistenheim Knetzgau , wo sich der Meldekopf befand und wo am Abend dann auch die Siegerehrung stattfand. Die Zivilisten machten sich ab 8 Uhr auf den sechs Kilometer langen Rundmarsch im leichten Gelände.

„Es ist eine etablierte Veranstaltung im Ort“, sagte Tanja Ruß, die gemeinsam mit Katja Mahr und Sabrina Seawrigth als „Band of Mothers“ an den Start gegangen war.

Benny und Matty aus Untereuerheim von der Kindergruppe „Die jungen Kameraden“ waren Neulinge und fanden den Bürgermarsch „cool und spannend“, wie sie sagten.