Im Januar 2019 wurde der Stadt Königsberg durch den DJH-Landesverband Bayern mitgeteilt, dass die Jugendherberge in Königsberg am Schlossberg mit sofortiger Wirkung geschlossen werde. Diese Schließung geschah von heute auf morgen, ohne eine längere Vorankündigung. Als Argumente für die Schließung wurden Personalmangel, der allerdings bereits in der Tagespresse infrage gestellt wurde, und ein mittelfristig erforderlicher größerer Sanierungsbedarf angeführt.

Die Schließung der Jugendherberge, die seit 1952 ein fester Bestandteil der Stadt war, bedeutete für die Stadt einen großen Verlust. Unzählige Schulklassen verbrachten hier ihren Schullandheimaufenthalt, Sportvereine organisierten Trainingslager, Chorgruppen oder Musikgruppen organisierten Probenwochenenden. Alle kamen so in Kontakt mit der Stadt Königsberg.

Alle Bemühungen der Stadt Königsberg und von Privatpersonen mittels einer Unterschriftenliste, die Schließung rückgängig zu machen, waren vergebens. Auch das Einschalten der Politik brachte keinen Erfolg. Als Alternative für die Jugendherberge Königsberg wurde vom Landesverband auf die 2018 neu eingerichtete Jugendherberge in Schweinfurt verwiesen.

Die unverständliche Schließung wurde vollzogen, obwohl es für das Jahr 2019 immerhin schon wieder mehr als 4000 Anmeldungen gab. Im Jahr 2018 verbuchte die Jugendherberge insgesamt rund 6000 Übernachtungen; bei zehn geöffneten Monaten entsprach dies bei 80 Betten einer Auslastung von rund 25 Prozent.

Seit 2019 stand die Jugendherberge nun leer und wurde im Internet zum Verkauf angeboten. Lange tat sich nichts. Nun gab es aber bei der Sitzung des Umwelt- und Bauausschusses des Stadtrates am Dienstag einen Lichtblick: Neben etlichen privaten Bauanträgen und Bauvoranfragen hatten die Mitglieder des Ausschusses auch eine "Bauvoranfrage über eine Nutzungsänderung der ehemaligen Jugendherberge in Ferienwohnung, Atelier, Fotostudio und Galerie und den Neubau einer Doppelgarage" auf ihrem Tisch liegen. Angefragt wurde von einer bedeutenden Galerie , die mit Kunst handelt, solche vermittelt und weltweit Niederlassungen hat. Diese möchte verschiedene Lager in Königsberg zentralisieren.

Sehr positive Reaktion

Bürgermeister Claus Bittenbrünn und der gesamte Ausschuss waren über diese neue Situation sehr erfreut und standen der Absicht sofort positiv gegenüber. Der Tenor lautete: "Es ist äußerst positiv, wenn die Jugendherberge wieder zu Leben erweckt wird und eine neue Nutzung erfährt." So wurde auch die vorgelegte Bauabsicht einstimmig gebilligt.

Nicht umgesetzt werden kann nur der Dachaufbau einer Photovoltaikanlage, und die geplante Doppelgarage muss dem Königsberger Stadtbild angepasst werden. Bittenbrünn fasste die Anfrage mit den Worten zusammen: "Eine schöne Sache. Hoffen wir, dass sie bald Fahrt aufnimmt."